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Vorlesen? Vorlesen!

Warum ist vorlesen so wichtig?

Bücher sind wunderbar, regen die Fantasie an, verzaubern, nehmen uns mit in fremde Welten. Kurzum: Geschichten machen Spaß und es ist ein großes Vergnügen, wenn einem vorgelesen wird.

Und: Vorgelesen zu bekommen, bedeutet, Bildungschancen mit auf den Weg zu bekommen. Studien wie die des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen (gemeinsam mit DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung) belegen immer wieder, welch positiven Einfluss auf die Entwicklung das Vorlesen hat.

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, 

  • profitieren im Hinblick auf ihren Wortschatz,
  • haben mehr Spaß, wenn sie selbst Texte und Geschichten lesen,
  • entwickeln leichter ein positives Leseselbstkonzept,
  • haben im Durchschnitt bessere Noten in der Schule und
  • tun sich leichter beim Lesenlernen und im Umgang mit Texten, der Auf- und Ausbau der Lesekompetenz wird begünstigt.

Vorlesen ist wichtig!

sehr schönes und treffendes Video von „EURead”, einem Zusammenschluss europäischer Einrichtungen, die sich für die Leseförderung stark machen, seit 2014 unter dem Vorsitz von Dr. Jörg F. Maas von der Stiftung Lesen

Vorlesen in der Schule? Unbedingt!

Es steht außer Frage, dass das Vorlesen im frühkindlichen Alter bereits von essentieller Bedeutung ist und Eltern, Geschwister, Großeltern und Kindertagesstätten hier einen ganz entscheidenden Beitrag für die (Lese-)Biografie der Kinder leisten.

Aber: Auch das Vorlesen in der Schule lohnt sich – und das bis in die Sekundarstufe hinein! – Das ist das Fazit eines Forschungsprojekts an der Pädagogischen Hochschule Weingarten: Die Ausgangsthese der Projekts basiert darauf, dass beim Lesen neben dem Dekodieren auch die Vorstellungsfähigkeit, die Imagination, wichtig ist: Wenn nun beim Vorlesen das Dekodieren für die Schülerinnen und Schüler entfällt, steht im Abeitsgedächtnis mehr Kapazität für die Imagination zur Verfügung – die Fähigkeit zur Vorstellung wird trainiert. Umgekehrt kann dies dann beim Selbstlesen entlasten, da hier nun wiederum – wen die Imagination bereits trainiert ist – mehr Ressourcen für das Dekodieren genutzt werden können.

Das im Forschungsprojekt entwickelte Vorlesetraining (Sekundarstufe!) ist für einen Zeitraum von 15 Wochen angelegt. 3-4 Mal die Woche lesen Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern 10-15 Minuten vor. Die Ergebnisse der Studie zeigen einen signifikanten Komeptenzzuwachs für die basalen Lesefertigkeiten (noch größer, wenn im Anschluss über die Texte gesprochen wurde, also Anschlusskommunikation stattfand).

Lesen Sie hier mehr zur Leseförderung durch Vorlesen und hören Sie Prof. Dr. Jürgen Belgrad von der PH Weingarten im Podcast-Beitrag mit Peter Eilichmann, anlässlich des Vorlesetages 2019.

Ideen und Anregungen für das Vorlesen in der Schule

Ritualisiertes Vorlesen

Ein fest etabliertes Vorlesen, zu Beginn des Unterrichts oder beispielweise nach Pausen, kann einerseits das Lesen zum festen Bestandteil des Tagesablaufs für die Kinder und Jugendlichen machen, die Lesefähigkeiten fördern und gleichzeitig eine wichtige Rhythmisierung schaffen. Toll ist natürlich, wenn sich hierfür Lehrkräfte verschiedener Fächer erwärmen können, da somit vermittelt werden kann, dass (Vor-)Lesen nicht nur im Fach Deutsch oder für die Deutsch-Lehrkraft wichtig ist.

Insbesondere für Ganztagsangebote bietet sich das Vorlesen z. B. nach der Mittagspause/nach Spielzeiten an, um Lern-/Hausaufgabenzeiten einzuläuten.

Vorbilder lesen vor

Wer hört nicht gerne zu, wenn man eingeladen wird, spannenden Geschichten zu lauschen und sich auf Abenteuerreisen zu begeben? Deshalb ist es toll, wenn man gute Vorleserinnen und Vorleser an die Schule holt:

  • Lehrkräfte (gerade auch Nicht-Deutschlehrkräfte)
  • Außerschulische Partner (z. B. Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Bibliotheken, Vertreterinnen und Vertreter aus örtlichen Unternehmen)
  • Professionelle Vorleserinnen und Vorleser
  • lokale Prominente/Persönlichkeiten
  • ältere Schülerinnen und Schüler (auch schulübergreifend z. B. an Schulzentrum)

Die Autorenlesung stellt eine besondere Form des Vorlesens dar und wird hier thematisiert.

peer to peer: Schülerinnen und Schüler lesen vor

Natürlich können sich auch Schülerinnen und Schüler in die Rolle der Vorlesenden begeben:

  • Vorlesen für Tiere (Vorlesehunde)
  • Vorlesen im Kindergarten
  • Vorlesen im Seniorenhein
  • Vorlesen an öffentlichen Plätzen, z. B. „Warteplätze“ (Bushaltestelle, Wartezimmer), öffentliche Gärten/Parks

Auf der Suche nach Büchern zum Vorlesen?

Für Bücher, die sich besonders gut zum Vorlesen eignen, können Sie die normale Such-/Filterfunktion der Buchbesprechungen nutzen und über die „Eignung Vorlesen” Buchtipps für eine bestimmte Jahrgangsstufe, zu einem bestimmten Thema oder einem fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziel zu suchen. (Bitte beachten Sie hierbei: Die Frage nach der Eignung zum Vorlesen ist erst bei Rezensionen enthalten, die 2020 veröffentlicht wurden.)

Hier finden Sie einige Empfehlungen:

Der Bundesweite Vorlesetag von Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutschen Bahn Stiftung findet jährlich statt. Der Aktionstag setzt ein Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens und möchte Kindern und Jugendlichen Lust aufs (Vor-)Lesen machen, sie für erzählte Geschichten und geschriebene Worte begeistern. Zahlreiche Vorleserinnen und Vorleser zeigen mit viel Herzblut, Leidenschaft und Engagement, wie schön und wichtig das Vorlesen ist.

Bundesweiter Vorlesetag „Sport und Bewegung“ am 15. November 2019

Mit zahlreichen Veranstaltungen stand das Vorlesen im Rahmen der Aktion vorlesen.zuhören.bewegen. an Schulen in ganz Bayern am 15. November im Fokus: Egal ob die Vorjahressiegerinnen und -Sieger des letztjährigen Vorlesewettbewerbs den Jüngeren vorlasen, Autorinnen und Autoren zu Lesungen eingeladen wurden oder prominenten Vorlesevorbildern gelauscht wurde – Geschichten rund um den Sport begeisterten Klein und Groß.

Auch Frau Kultusstaatssekretärin Anna Stolz und Kultusstaatsminister Prof. Dr. Michael Piazolo waren für das Lesen im Einsatz: Während Frau Stolz Kindern der Gartenstadt Grundschule in Schweinfurt von Jonna und ihrer ziemlichen coolen Oma auf dem Skateboard vorlas und das Tanzen als Bewegungselement integriert war, wurde in München die Erlebniswelt der Allianz-Arena zum Ort, an dem sich Fußball und Lesen aufs Trefflichste verbanden: Prof. Dr. Michael Piazolo und die Siegerin des Bezirksentscheids des Vorlesewettbewerbs 2018, Hannah Steinle (Dante-Gymnasium, München), ließen für die Kinder und Jugendlichen der Mittelschule an der Elisabeth-Kohn-Straße die Träume und Hoffnungen des afrikanischen Jungen Rahmane, in einem euopäischen Profi-Verein spielen zu dürfen, lebendig werden. Mit dem Moderator und Kinderbuchautor Benedikt Weber begleiteten die Schülerinnen und Schüler dann die Kinderdetektive der Schwarzen Pfote bei Ihren Ermittlungen in einem Fußballskandal. 

Lesen, Tanzen, Skateboard fahren!

Frau Kultusstaatssekretärin Anna Stolz an der Gartenstadt Grundschule in Schweinfurt

Lesen und Fußball

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo in der Erlebniswelt der Allianz-Arena mit Synchronsprecher Benedikt Weber und Hans-Peter Renner, Moderator

Prof. Dr. Michael Piazolo liest aus Lieneke Dijkzeuls „Ein Traum vom Fußball”.

Die Siegerin des Vorlesewettbewerb-Bezirksentscheids, Hannah Steinle (Dante-Gymnasium) fesselt die rund 70 Schülerinnen und Schüler mit ihrem Vorlesen.

Die Organisatorinnen des Vorlesetags, Christina Neugebauer und Nina Ruisinger, Referentinnen für Leseförderung, Benedikt Weber, Synchronsprecher und Kinderbuchautor, und eine begleitende Lehrkraft der Mittelschule an der Elisabeth-Kohn-Straße

Benedikt Weber liest aus seinem Fußball-Kinderkrimi „Ein Fall für die Schwarze Pfote. Falsches Spiel” und begeistert die Kinder mit seinem lebendigen Vorlesen.

Im Gespräch: Kultusminister Prof.Dr. Michael Piazolo und Synchronsprecher und Kinderbuchautor Benedikt Weber

Hier geht's zur Pressemitteilung des FC Bayern München und einem kurzen Video-Beitrag von FC Bayern TV.

MINT-Vorlesepaten

Mathematisch-naturwissenschaftliche Fragestellungen und spannende Geschichten – passt das zusammen? Und ob!: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich gerade im Grundschulalter durch die Beschäftigung mit mathematisch-naturwissenschaftlichtechnischen Fragestellungen die Sprach- und Lesekompetenz fördern lässt und umgekehrt. Hier setzt die Kooperation der Deutsche Telekom Stiftung mit der Stiftung Lesen an. Ziel ist es, mit den MINT-Vorlesepaten ein niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, um Kinder über das Vorlesen für MINT-Themen zu begeistern – dabei ist klar: Sich komplexe Inhalte aus Natur, Wissenschaft und Technik zu erschließen – das geht nur mit guter Lesekompetenz.

Partner zum Vorlesen

Auch viele außerschulischen Partner engagieren sich ganz tatkräftig gerade im Bereich des Vorlesens