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J. K. Rowling: Der Ickabog

Besprechung

Rowling hat mit „Ickabog“ ein zeitloses, schönes und wirklich lesenswertes Märchen verfasst.

König Fred der Furchtlose herrscht über ein fantastisches Land, Schlaraffien. Alle sind glücklich…. bis das Verhängnis seinen Lauf nimmt. Es beginnt damit, dass der selbstverliebte König eine gesundheitlich angeschlagene Näherin zu lange für seine neue Garderobe schuften lässt, sodass sie an den Folgen stirbt. Ihre Tochter Lilly verzeiht ihm das nicht – in einem Streit äußert sie laut, König Fred sei „selbstsüchtig, eitel und grausam“ (S. 39). Diese Beschimpfung wird dem König von seinen zwei intriganten Beratern zugetragen. Der ist zutiefst betroffen und will – von Eitelkeit angetrieben – Großes tun, um ja doch als ruhmhafter König in die Geschichte Schlaraffiens einzugehen. Da kommt ihm ein Anliegen eines Schäfers gerade recht: Der beklagt, dass der Ickabog, ein allseits bekanntes Fantasiewesen, seinen treuen Hund getötet hätte. Während alle über die Behauptung schmunzeln, macht sich König Fred sogleich mit Ross, Mannen und in voller Rüstung auf, dieses fabelhafte Wesen zu jagen. Die Bevölkerung muss glauben, dass es diese Sagenfigur Ickabog gibt, schon weil er schuld am Tod eines auf dieser Jagd zufällig erschossenen Soldaten sein muss. Laut ausgesprochener Widerspruch wird nicht geduldet und mit Gefängnis bestraft, scheinbare Beweise seiner Existenz werden geschaffen, Steuern zur Verteidigung erhoben… Die verletzte Eitelkeit des naiven Königs und die Gier der beiden Berater treiben das ganze Land in den Ruin. Doch letztlich ist es Lilly, die „dazu ausersehen war, etwas Großes zu vollbringen“ (S. 201). Zusammen mit drei anderen Kindern gelingt ihr die Rettung von Volk, Land - und Ickabog.

Die Geschichte ist märchenhaft erzählt. Die Figuren sind – wie für Märchen typisch – klar gezeichnet und tragen sprechende Namen wie „Eiterbeul“ und „Ehrenwert“. Sprachlich werden sie und ihre Handlungen detailliert beschrieben. Die Szenarien erwachsen so beim Lesen vor dem inneren Auge und bieten sich für Illustrationen an. So hat Rowling, die das Buch im Corona-Lockdown als Fortsetzungsroman veröffentlicht hat, Kinder zu einem Zeichenwettbewerb eingeladen. Viele der entstandenen Buchumsetzungen wurden im nun erschienen Band abgedruckt – für jede der 26 Ausgaben wurden andere Bilder gewählt. „Der Ickabog“ ist insgesamt eine Lese- und Vorleseempfehlung für Jung und Alt. 

Didaktische Hinweise

Das Buch eignet sich trotz seines Umfangs gut als Klassenlektüre, da die Geschichte fesselt. Sie kann gut mit Vorlese- oder Hörbucheinheiten kombiniert werden und lädt zu Illustrationen im Kunstunterricht ein.

Daneben bieten sich zur Behandlung im Unterricht weitere Arbeitsaufträge an:

Kombinierte Lese- und Schreibaufträge:

  • Unterstreiche die Adjektive, mit denen die Pferde beim Auszug zur Jagd (S. 59) beschrieben werden. Vergleiche Illustration und Beschreibung.
  • Wie stellst du dir die Figur/Szene xy vor? Wähle eine Textstelle aus und schmücke sie mit ähnlich bildhaften, ausdrucksstarken Adjektiven aus.

Figuren:

  • „Nomen est Omen.“ = „Der Name deutet schon auf etwas hin“. Viele Figuren im Buch haben ungewöhnliche (Nach-)Namen. Zu welchen Figuren passt dieses lateinische Sprichwort? Begründe deine Meinung, nenne auch konkrete Textstellen.
  • Welchen Namen hättest du Lilly Lerchensporn (oder anderen Figuren) gegeben?


Erzähler und Handlungsverlauf:

  • Im Kapitel 10/S. 55–60 gruselt es einen am Ende beim Lesen ein bisschen. Woher könnte das Gefühl kommen?
  • Im Kapitel 37 wird Lilly näher beschrieben. Lies vor allem die letzten Sätze auf S. 201. Welche Rolle könnte Lilly weiter im Buch spielen?
  • S. 55–60 oder S. 195­–197: Auf diesen Seiten meint man, die Autorin sitze mit einem im Raum. An welchen Formulierungen könnte das liegen? Gibt es (noch weitere) Stellen im Buch, wo man sich von der Autorin angesprochen fühlen könnte? 
  • Wie würdest du deine Leserinnen und Leser miteinbeziehen? Baue im Kapitel xy eine Stelle ein, in der du deine Leserinnen und Lser ansprichst oder ihnen schon etwas über die weitere Handlung verrätst.


Reflexion über die Handlung:

  • Lilly sagt über den König, dass er selbstsüchtig, eitel und grausam sei (S. 39). Der König reagiert darauf. Erzähle, was er macht, um nicht als selbstsüchtig, nicht als eitel und nicht als grausam, sondern als etwas Besonderes zu gelten.
  • Welche Rolle spielt Lilly für die Handlung im Buch? Erkläre und begründe deine Meinung.
  • Was wäre wenn…? Was wäre, wenn der König wirklich geglaubt hätte, dass es den Ickabog gibt? Was wäre, wenn Lilly und die Kinder nicht mit dem Ickabog durch ganz Schlaraffien gezogen wären?
  • Wovor haben Menschen heutzutage eigentlich Angst? Vorausgesetzt, das ist möglich: Glaubst du, eine Begegnung mit dieser Angst würde ihnen helfen? 

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 4 bis 6

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

FÜZ

  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783551559203

Umfang

352 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch