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Sara Barnard: Vielleicht geschieht ein Wunder

Besprechung

Die sechzehnjährige Steffi leidet unter selektivem Mutismus und einer sozialen Angststörung. Deshalb spricht sie kaum, auf gar keinen Fall mit Fremden oder vor vielen Menschen, auch nicht in der Schule – weder mit Lehrern noch mit Mitschülern. Die Ursachen für Steffis Krankheit lassen sich nicht exakt benennen. Spielt die Scheidung ihrer Eltern eine Rolle und der Unfalltod ihres Stiefbruders? Steffis Psychologin sagt, es habe keinen Sinn nach einer Ursache zu forschen; auch wenn es tatsächlich einen konkreten Grund für Steffis Leiden gebe, heiße das noch lange nicht, dass man es heilen könne.

Steffis Krankheit macht ihr Leben äußerst kompliziert, zumal sie nun die Oberstufe besucht und ihren Eltern unbedingt beweisen will, dass sie später studieren kann. Schon der erste Tag beginnt mit einer Katastrophe. Steffi wird in das Büro des Oberstufenleiters gerufen und dort einem neuen Schüler vorgestellt. Allein diese Situation bringt Steffi an den Rand ihrer Kräfte. Sie soll sich um Rhys kümmern, denn Rhys ist taubstumm. Steffi hat als Kind von ihrem Onkel ein wenig Gebärdensprache gelernt, weil ihr Onkel ihr wenigstens zu einer Form von Sprache verhelfen wollte.

Rhys geht anders als Steffi äußerst unbeschwert mit seiner Beeinträchtigung um. Er kann von den Lippen ablesen und auch sprechen. Erst später begreift Steffi, dass auch Rhys unsicher ist und seine Ängste überspielt. Steffi und Rhys finden eine eigene Form von Kommunikation und Steffi fühlt sich in Rhys Gegenwart zunehmend wohl. Es dauert allerdings eine Weile, bis Steffi glauben kann, dass Rhys sich tatsächlich für sie interessiert und sie liebt.

Eine vor ihren Eltern geheim gehaltene Reise nach Edinburgh scheint Rhys und Steffis Unfähigkeit, allein zurechtzukommen, zu beweisen. Aber was zunächst wie eine Niederlage aussieht, entpuppt sich als Triumph, denn Steffi kann eine Panikattacke überwinden und Hilfe holen, als Rhys sich verletzt.

Didaktische Hinweise

Die Ich-Erzählerin Steffi schildert ihre Erlebnisse gleichzeitig anrührend und humorvoll. Besonders weibliche Teenager werden diese Liebesgeschichte mögen, denn es geht um Themen, die alle junge Menschen betreffen, um die Zweifel am eigenen Wert, um die Angst, nicht zu gefallen, um die ersten sexuellen Erfahrungen. Vor allem letzteres beschreibt Sara Barnard mit großem Takt und Einfühlungsvermögen.

Der Roman ist auch als E-Book erhältlich. Außerdem hält der Verlag auf seiner Website eine Leseprobe bereit.

Gattung

  • Bücher für Mädchen
  • Romane

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet

Jahrgangsstufen

8 bis 10

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Familien- und Sexualerziehung
  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2018

ISBN

9783737355605

Umfang

416 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book