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Cornelia Funke: Der Bücherfresser

Besprechung

Bücher sind etwas Wunderbares – sollte man meinen. Aber Sten und seine Eltern mögen keine Bücher und nun hat ihnen der Opa nach dessen Tod ausgerechnet 23 schwere Umzugskartons mit Büchern hinterlassen – und eine kleine Holzkiste für Sten, die er nur heimlich öffnen darf. Seine Eltern sind von der Hinterlassenschaft des Opas überhaupt nicht begeistert und wollen die Bücher am liebsten verfeuern. Doch das kann Sten gerade noch verhindern, denn obwohl er mit den Büchern nicht viel anfangen kann, gehörten sie doch seinem Opa – und da kann man nichts verbrennen. Sten zieht sich auf den Dachboden seines Elternhauses zurück und baut sich aus den Büchern eine Höhle und macht es sich darin gemütlich. Dann nimmt er den Brief, den sein Opa auf der Holzkiste hinterlassen hat, und liest ihn sich in seiner Höhle durch: Was er da liest, lässt ihn das Blut in den Adern gefrieren. Vorsichtig öffnet er daraufhin die Kiste und etwas Pelziges streckt sich aus der Kiste heraus. Das putzige Etwas stellt sich dem verdutzten Sten als Bücherfresser vor, der die angenehme Eigenschaft besitzt, dass er sich die Inhalte von Büchern merken kann, indem er die Seiten der Bücher zerbeißt und wegknabbert. Auf diese Weise prägen sich dem Pelztier sämtliche abenteuerliche und fantastische Geschichten ein, die er dann weitererzählen kann. Und von nun an lässt Sten sich vom charmanten Bücherfresser eine Geschichte nach der anderen erzählen, bis eines Tages sein Vater die Bücher verkaufen will... Diese berührende Geschichte von Cornelia Funke trifft – wie so oft in ihren Werken - sehr sensibel und ohne Schnörkel den Ton ihrer jungen Leserschaft. Mit wenigen prägnanten Worten wird klar, wie sehr Sten an seinem Opa hing und welche Verbindung die Bücher zu seinem verstorbenen Opa darstellen. Da Sten aber keine Bücher mag, erschafft Cornelia Funke mit der Figur des geheimnisvollen Bücherfressers jemanden, der diese Verbindung zum Großvater koboldhaft darstellt und auf diese Weise junge Leserinnen und Leser anspricht. Begleitet wird diese bezaubernde Fabel von Illustrationen von Annette Swoboda, die die Geschichte eindrucksvoll unterstützen.

Didaktische Hinweise

Ein Bilderbuch der besonderen Qualität: Cornelia Funke zieht ihre Leserschaft charmant in den kleinen Kosmos des entzückenden Sten. Er steht stellvertretend für viele Kinder, die sich nicht mit dem Lesen anfreunden können und sich sicher auch so einen Bücherfresser wünschen würden. Über die Betrachtung des Umschlagbildes können sich Unterrichtsgespräche ergeben, wobei die Schülerinnen und Schüler Vermutungen über das kleine pelzige Etwas auf dem Bücherturm anstellen können. Anschließend kann im Vorleseverfahren der weitere Verlauf der Geschichte erschlossen werden. Denkbar wäre auch, dass sich die Schülerinnen und Schüler über eine mögliche Fortsetzung austauschen oder auch ihre Eindrücke zeichnerisch festhalten können. Dabei können wichtige Stellen des Buches im Unterrichtsgespräch, beispielsweise durch lautes Lesen, hervorhoben werden. Und überhaupt ist das Buch definitiv zum Vorlesen geeignet. Das Bilderbuch eignet sich auch für den Vorschulbereich und ist aufgrund seines ansprechend gestalteten Layouts zugleich als Geschenk geeignet. Die Autorin hat für ihr literarisches Gesamtwerk den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 erhalten.

Gattung

  • Bilderbücher
  • Erstlesebücher

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 1 bis 2

Fächer

  • Deutsch
  • Kunst (Fachzeichnen)

FÜZ

  • Kulturelle Bildung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783743202177

Umfang

32 Seiten

Medien

  • Buch