mobile Navigation Icon

Joachim Masannek: Die wilden Fußballkerle – Raban der Held

Besprechung

Im letzten Spiel vor der Winterpause erwarten die Wilden Kerle den Tabellenführer im „Teufelstopf“, wie sie ihren Sportplatz nennen. Sie selbst haben nur drei Punkte Rückstand und deshalb noch alle Chancen. Ihr Trainer Willi warnt seine Schützlinge allerdings, nicht zu enttäuscht zu sein, wenn sie verlieren sollten, weil die Gegenspieler älter und siegverwöhnt sind. Doch die einzelnen Mitglieder, die der Autor hier noch einmal mit ihren Eigenschaften vorstellt, wollen unbedingt gewinnen. Raban ist von Anfang an Mitglied der Wilden Kerle, aber nicht gerade ein Fußballtalent. Seine Stärke besteht eher darin, die Mannschaft zu motivieren und zusammenzuhalten. Als sich bei dem harten Spiel nacheinander mehrere seiner Freunde verletzen, wird er drei Minuten vor Schluss beim Stand von 4:2 für die tapfer kämpfenden Gastgeber eingewechselt. Weil er unbedingt beweisen will, dass er auch gut Fußball spielen kann, nimmt er seinen Mitspielern zweimal den Ball weg und verschuldet damit zwei Gegentore. Damit hat die Mannschaft die Chancen auf die Herbstmeisterschaft verspielt. Tief enttäuscht vermeiden die Freunde in der Winterpause Gespräche und Verabredungen untereinander. Auch der Einladung des Trainers zur „Wilden Weihnachtsrodelparty“ folgt keiner außer Raban. Hier verlässt die Handlung die reale Ebene. Der Trainer erzählt Raban von einem magischen Ereignis. Alle 24 Jahre soll angeblich im alten 60er-Stadion das Fußballorakel zusammentreten. Punkt Mitternacht in der Sylvesternacht würde die Flutlichtanlage aufflammen, würden frühere Fußballlegenden mit Raban Fußball spielen und ihm nachher seine diesbezügliche Zukunft vorhersagen. Trotz einiger Zweifel glaubt ihm der Junge, der auch im sonstigen Leben über eine starke Einbildungskraft verfügt. Seine Fußballfreunde halten ihn jedoch für verrückt. Trotzdem sind sie alle bei dem Ereignis dabei und erleben, wie Raban mit der Weltmeistermannschaft von 1974 (Beckenbauer, Müller, Meier, Breitner, Overath, Netzer ...) Fußball spielt. Am Ende bekommt er einen schwarzen Fußball mit dem Wilde Kerle-Logo geschenkt und die Vorhersage, dass er zwar kein Profifußballer werden wird, aber trotzdem eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Raban weiß zwar noch nicht genau, worin diese besteht, ahnt es aber, als es ihm gelingt, seine Freunde an diesem 1. Januar 2003 zu versammeln und er sie dazu bringt sich zu schwören, dass sie in drei Jahren bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 dabei sein wollen. Nicht nur inhaltlich durch die Einbeziehung des magischen Elements, auch sprachlich hebt sich dieser Band von den vorhergehenden etwas ab. Raban hat offensichtlich eine Vorliebe für zusammengesetzte Begriffe wie zum Beispiel „fahlblaumonstrumwolkenprächtig“(S. 22), „dampfhammerturbohart“ (S. 38) oder „Hottentottenalptraumnacht“ (S. 61) und ebensolche Kraftausdrücke: „Hippopotamusbullenpropellerschwanzmist“ (S. 98). Die Erzählung ist durchsetzt mit vielen solchen Wortschöpfungen, die zu spielerischer Spracharbeit anregen. Wenn auch nicht ganz so überzeugend wie in den ersten Bänden gelingt dem Autor ein spannendes und individuelles Porträt eines Jungen, der nicht gängigen Vorstellungen entspricht und sich dessen bewusst ist, teilweise auch darunter leidet. Ein Buch nicht nur für Fußballfreunde!

Didaktische Hinweise

Zu empfehlen für die Schulbibliothek der Grundschule und als Klassenlektüre für die 3. oder 4. Klasse. Denkbar wäre auch eine arbeitsteilige Gruppenarbeit unter Verwendung aller Bände der Reihe. Dabei könnten die Kinder ein Lesetagebuch erstellen. Auch ein Vergleich mit Film und Hörspiel bietet sich an. Lehrplanbezug Grundschule: D 3.4, 4.4.

Gattung

  • Bücher für Jungs
  • Romane

Eignung

themenspezifisch geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 3 bis 4

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Soziales Lernen
  • Sprachliche Bildung

Erscheinungsjahr

2004

ISBN

9783423708514

Umfang

109 Seiten

Medien

  • Buch