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Frida Nilsson: Sasja und das Reich jenseits des Meeres

Besprechung

Eine wundersame und anrührende Reise in das Reich des Todes

Wie schon in Frida Nilssons mit vielen Preisen ausgezeichnetem Roman „Siri und die Eismeerpiraten” spielt auch in dieser Geschichte ein Meer eine wichtige Rolle. Auch dieses Mal gibt es ein geheimnisvolles Land, das von dem Illustrator Torben Kuhlmann auf den Innenseiten des Buches liebevoll gezeichnet wurde, sodass der Leser die Reise der Hauptfigur Sasja über die Insel des Todes nachvollziehen kann.

Sasjas Mutter liegt ­– an Krebs erkrankt ­– im Sterben und eines Nachts erscheint der personifizierte Tod, um sie auf einem Schiff in sein Reich zu bringen. Außer sich vor Verzweiflung folgt ihm Sasja mit einem kleinen Ruderboot und gelangt trotz eines tobenden Sturms heimlich auf die Insel. Er lässt seinen Vater ohne Nachricht zurück und macht sich deswegen immer wieder Vorwürfe, aber er setzt alles daran, zu seiner Mutter zu gelangen und den Tod zu überlisten. Das ist naturgemäß nicht einfach, aber er findet Helferinnen und Helfer unter den seltsamen Bewohnern der Insel. Sie alle sind Tote, die nach ihrem Ableben in phantastische Wesen verwandelt worden sich und sich an ihr früheres Leben nicht mehr erinnern können. Zwar sind sie vor Verletzungen und Schmerzen nicht gefeit, aber niemand kann in diesem Land sterben, auch Sasja nicht, und das wird der Schlüssel zu seinem Erfolg.

Auf seiner Reise begegnet Sasja Hildinern (Mischwesen aus einem Menschenkörper und einem Schweinekopf), Spartanern, die einen Hundekopf haben, und Harpyren, die wie Vögel aussehen und fliegen können. Der Tod öffnet die Toten und holt aus ihren Körpern eine dieser Formen heraus, wobei die neuen Wesen unterschiedlich alt sind und für den Rest ihres Daseins immer jung oder alt bleiben. Sasja fragt sich oft, welches Wesen und welches Lebensalter wohl in ihm verborgen ist. Denn der Tod ist auch faszinierend und seinem Charme erliegen alle Bewohner der Insel, die ihm kritiklos und absolut treu ergeben sind.

Unter den Kindern der verschiedenen Wesen gewinnt Sasja einen Freund bzw. eine Freundin und mit ihrer Hilfe gelangt er schließlich in das Haus des Todes und dort begegnet er tatsächlich seiner Mutter, die der Tod noch nicht in eine neue Form verwandelt hat. Auch Sasja unterliegt teilweise der Anziehungskraft des Todes, aber er durchschaut schließlich seine Schwächen und fordert ihn zu einem Duell heraus, an das er die Bedingung knüpft, dass der Tod ihm einen Wunsch erfüllen muss, wenn er bis zum Sonnenuntergang nicht stirbt. Sasja hat herausgefunden, dass auch er nicht sterben kann, obwohl er noch kein Toter ist, aber auf dieser Insel kann eben kein Wesen um sein Leben kommen. Sasja Wunsch besteht natürlich darin, dass der Tod seine Mutter freigibt und beide nach Hause zurückkehren dürfen.

Didaktische Hinweise

Die Geschichte wird von Sasja selbst erzählt, mit ihm finden die Leserinnen und Leser gemeinsam heraus, was es mit der Insel des Todes auf sich hat. Weil Sasja eine sehr sympathische Figur ist, werden sich Kinder mit ihr identifizieren und auf ihrer Reise genauso mitfiebern wie die erwachsene Rezensentin. Man kann bei dieser Lektüre im Unterricht über sehr viele Themen sprechen, über Freundschaft, über Treue, über das Durchschauen von Autoritäten, aber eben auch über den Tod, der sicher ein sehr sensibles Thema ist und viel Fingerspitzengefühl erfordert.  

Gattung

  • Romane

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet und zum Vorlesen

Jahrgangsstufen

6 bis 7

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Interkulturelle Bildung
  • Soziales Lernen
  • Sprachliche Bildung

Erscheinungsjahr

2019

ISBN

9783836956888

Umfang

469 Seiten

Medien

  • Buch