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Tobias Goldfarb: Spekulatius der Weihnachtsdrache rettet das Fest

Besprechung

Mats und Matilda vermissen Spekulatius, den Weihnachtsdrachen, der sie im letzten Jahr so liebevoll durch die Adventszeit begleitet hatte. Sie nehmen sich vor, alles schön adventlich zu dekorieren und möchten so den goldigen Begleiter anlocken. Voller Freude öffnen sie das erste Adventssäckchen, das die Eltern vorbereitet haben und sie sind entsetzt: Statt einer weihnachtlichen Überraschung entdecken sie hohle Walnüsse, die noch dazu nach Knoblauch stinken. Sie versuchen, sich nicht die Stimmung verderben zu lassen, machen sich eifrig an das Basteln eines Adventskranzes und schwelgen in Erinnerungen an Specki. Der sitzt plötzlich wieder im Vogelhäuschen im Garten und die Kinder sind glücklich. Doch Spekulatius ahnt, was es mit den stinkenden Nüssen auf sich hat und berichtet von Miesmuffeln, die normalerweise unter dem Vulkan auf der Weihnachtsinsel hausen. Einige sind entwischt und das ist besorgniserregend, denn Miesmuffel hassen alles, was mit Weihnachten zu tun hat. Natürlich tauchen diese Wesen bei Mats und Matilda auf, weil Spekulatius zuhause vom schönen Fest in den höchsten Tönen geschwärmt hatte. Seltsame Dinge passieren nun in der kleinen Stadt: Das Weihnachtskonzert wird zum Fiasko und der unangenehme Knoblauchgeruch breitet sich weiter aus. Mats und Matilda müssen handeln und recherchieren in der alten Bibliothek. Sie stoßen auf Weihnachtswichtel, die den Miesmuffeln zu ähneln scheinen und fassen einen Plan. Große Hoffnung setzen sie in einen hilfesuchenden Brief an die Wichtel und hoffen, dass ihn der Weihnachtsmann mitnimmt. Vorsichtshalber verbrennen sie einen zweiten Brief mithilfe des Holzofens in der Pizzeria Luigi, da die Nachricht anscheinend nur mit Rauch verschickt werden kann. Ihr Plan scheint aufzugehen, denn bald taucht ein Wichtel namens Flöckelchen auf, währenddessen in der Stadt immer seltsamere und unweihnachtlichere Dinge geschehen: Traurige Musik spielt am Weihnachtsmarkt, der Glühwein schmeckt nach Essig und es wird darüber nachgedacht, ob Weihnachten in diesem Jahr gar ausfallen soll.

Der Wichtel Flöckelchen wirkt in seinem Auftreten etwas unbeholfen und verteidigt die Miesmuffel vehement. Will er wirklich den Kindern helfen? Sie werden misstrauisch und ertappen die kleine Gestalt genau in dem Moment, als er seinem Chef, dem Wehweh Fiasko, erzählt, wie weit die Miesmuffel schon mit den weihnachtlichen Zerstörungsplänen sind. Als sie ihn zur Rede stellen, berichtet er von den traurigen Hintergründen und wie es zum Zerwürfnis bei den Weihnachtswichteln kam. Früher gab es nur Weihnachtswichtel und sie halfen dem Weihnachtsmann eifrig beim Geschenkeausteilen. Jener hatte ihnen Geschenke versprochen, doch das Versprechen wurde vermeintlich nie eingehalten. Enttäuscht und verbittert verließen die Wichtel Lappland und begannen, an besonders weihnachtlichen Orten Stunk zu machen, bis sie von den Weihnachtsdrachen überwältigt wurden und unter dem Vulkan auf der Weihnachtsinsel verbannt wurden. Mats und Matilda können diese traurige Geschichte kaum glauben: War der Weihnachtsmann so unzuverlässig? Zwischenzeitlich taucht ein echter Weihnachtswichtel namens Nustri auf, der schnell aufklärt: Die Geschenke kann nur der Frostriese Fluffnir an sich gerissen haben, der seine Höhle in der Nähe hat und einen großen Schatz bewacht. War alles nur ein Missverständnis? Alle zusammen brechen mittels Flöckelchens Zauberspruch auf nach Lappland und rücken dort einiges wieder gerade. Der zunächst gefährliche Riese Fluffnir wird sanftmütig, als die Kinder ihm genau erklären, wie das mit dem Schenken funktioniert. Er findet daran Gefallen und gibt alle gestohlenen Geschenke zurück, so dass sich am Ende wieder alles in Wohlgefallen auflöst und das Weihnachtsfest doch stattfinden kann.

Wie schon der erste Band ist der Nachfolgeband „Spekulatius der Weihnachtsdrache rettet das Fest˜ ein zauberhaftes Vorlesebuch in 24 Kapiteln für die Adventszeit. Mit der filmreifen Handlung und den Cliffhangern werden die Grundschulkinder die Handlung gebannt verfolgen. Gleichzeitig wird in der Geschichte die gefühlvolle Stimmung dieser besonderen Tage im Dezember spürbar, weil viele vertraute, weihnachtliche Elemente auftauchen und das Buch bleibt fröhlich und positiv. Die wunderbar gestalteten Illustrationen unterstreichen dieses Empfinden und das Buch ereignet sich hervorragend für Adventslesezeiten in der Grundschule.

Didaktische Hinweise

Auch mit dieser Geschichte kann im Unterricht kreativ und fantasievoll weitergearbeitet werden. Die einzelnen Figuren wie Spekulatius, Fluffnir der Frostriese und die Wichtelchen sind charakterlich so liebevoll gestaltet, dass sich wie schon im ersten Band ein Nachspielen (analog oder digital) anbietet. Mittels geeigneter Apps kann man die Figuren sprechen lassen und einzelne Szenen vertonen. Im Kunstunterricht entstehen auf Papier geheimnisvolle Landschaften. Recherchemöglichkeiten zu Hintergründen von Weihnachtsmann und Weihnachtswichteln bieten sich an. Angeregt durch den Zeitzauber von Flöckelchen sammeln die Kinder weiterführend in einem Zaubertrick-Ebook kollaborativ Zaubertricks und präsentieren sie in der Klasse. Schreibanlässe ergeben sich an mehreren Stellen: Das Verfassen von Briefen an die Wichtel und Miesmuffel-Beschreibungen schulen das sprachliche Ausdrucksvermögen. Man kann die Kinder aber einfach nur durch das Vorlesen der liebevollen Geschichte begeistern und so Weihnachtsatmosphäre ins adventliche Klassenzimmer holen.

 

 

Gattung

  • Romane

Eignung

themenspezifisch geeignet und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 1 bis 4

Fächer

  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

FÜZ

  • Soziales Lernen
  • Sprachliche Bildung

Erscheinungsjahr

2022

ISBN

9783505150425

Umfang

192 Seiten

Medien

  • Buch
  • Hörbuch