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Stephan Knösel: Das absolut schönste Mädchen der Welt und ich

Besprechung

Der 16-jährige Paul wird nach einem Trinkgelage auf einer Parkbank geweckt, weil jemand nach seinem Geldbeutel greift: Paul vermutet einen Dieb, doch ein Mädchen sagt, sie hätte nur dafür sorgen wollen, dass ihm der auf dem Boden liegende Geldbeutel nicht abhandenkommt. Ob Diebin oder nicht – für Paul ist sie das schönste Mädchen der Welt. Er verliebt sich Hals über Kopf in die drei Jahre ältere Zoe. Es dauert auch nicht lange und er verbringt eine Nacht mit ihr. Sie warnt ihn am nächsten Morgen noch, sich bloß nicht in sie zu verlieben – und verschwindet. Paul setzt alle Hebel in Bewegung, um sie wiederzufinden. Schließlich gelingt es ihm. Er erfährt auch den Grund für Zoes Verschwinden: Zoe ist schwanger und hat keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Paul will ihr helfen. Er nimmt sie aus ihrem Alltag heraus, zieht mit ihr in ein Hotelzimmer, geht mit ihr ins Museum, sucht mit ihr eine Beratungsstelle auf, bringt sie zu einer Aussprache mit ihrer Mutter und ihrem Vater und führt ein Gespräch mit dem ahnungslosen, von ihr getrenntlebenden Vater des Kindes herbei. Am Schluss ist klar: Zoe will es noch einmal mit dem Vater des Kindes versuchen. Wie in „Jackpot“, das 2013 von der Jugendjury für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, suchen auch hier Jugendliche ihren Weg. Allerdings wirkt die Geschichte in Knösels neuem Band ein wenig zu konstruiert: Paul reist unangekündigt zu seinem Vater nach München, der ist aber gerade beruflich unterwegs, sodass Paul mit dessen Kreditkarte rund um die Uhr unterwegs sein kann. In die alte Wohnung der seit kurzem getrenntlebenden Eltern ist ausgerechnet Jonas, sein früherer Erzfeind, eingezogen. Doch der wirkt verändert. Wie sich herausstellt, hatte er sich nicht nur in einen Freund verliebt, sondern durch sein Coming Out wohl seine Freunde verloren. Ihm verspricht Paul zwei Gefallen, die aber offenbleiben. Auf der Suche nach Zoe trifft Paul zufällig auf Leif, von dem Zoe, wie sich letztendlich herausstellt, schwanger ist. Die beiden sind sich von Anfang an unsympathisch. Trotzdem bringt Paul ihm den verlorenen Geldbeutel und erfährt dabei, dass Leif wohl in illegale Geschäfte verwickelt ist. Diese werden aber nicht mehr aufgegriffen. Dazu lernt er dessen bildhübsche aktuelle Freundin kennen, die Paul am Ende auch eine Nacht lang über Zoes Verlust hinwegtröstet. Die Geschichte ist nicht immer stimmig, einige Handlungsstränge bleiben offen, andere wirken fast unrealistisch.

Didaktische Hinweise

 

Alle hier rezensierten Werke von Stephan Knösel

Gattung

  • Romane

Eignung

in Auszügen geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 9 bis 13

Fächer

  • Deutsch

Erscheinungsjahr

2017

ISBN

9783407748034

Umfang

256 Seiten

Medien

  • Buch