mobile Navigation Icon

Kathrin Schrocke: Immer kommt mir das Leben dazwischen

Besprechung

Ein heitere Familienkomödie

Karl Schmitz ist dreizehn Jahre alt und der durchschnittlich begabte Sohn eines Biologieprofessors und einer Neurowissenschaftlerin und er fühlt sich von seinen Eltern nicht immer ernst genommen. Er leidet darunter, dass er so mittelmäßig ist, erst 2,7 Mädchen geküsst hat und seine hübsche Nachbarin Irina Pawlowski zwar jeden Tag mit ihm zur Schule fährt, aber ansonsten kein Interesse an ihm zeigt, sondern mit dem Justin-Bieber-Verschnitt Sven Klimphammer ins Schwimmbad geht.

Als Karl eines Nachts sein vor einem Jahr verstorbener Großvater im Traum erscheint und ihm empfiehlt, die Schule zu schmeißen und Youtube-Star zu werden, setzt dies eine Folge sehr rasanter und witziger Ereignisse in Gang. Zwar kommt Karl lange nicht dazu, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, weil ihm eben „das Leben dazwischenkommt“, aber dafür wird sein Dasein äußerst turbulent. Gemeinsam mit seinen Cousins, Master und Desaster – der eine hochbegabt, der andere eher das Gegenteil davon – hilft er seiner verwitweten Großmutter, in ein Mehrgenerationenhaus zu ziehen. Das muss heimlich vonstatten gehen, denn sowohl Karls Eltern als auch die seiner Cousins sind strikt dagegen und seine Oma traut sich nicht, ihren Wunsch gegen den Willen ihrer Töchter durchzusetzen. Beim Umzug spielt allerdings die siebzehnjährige Schönheit Larissa den Chauffeur eines „geliehenen“ VW-Busses, die einen so flotten Fahrstil pflegt, dass die gesamte Umzugsmannschaft auf der nächsten Polizeiwache landet. Karl verliebt sich bei diesem Unternehmen rettungslos in Larissa und steht seiner ehemaligen Liebe Irina nun etwas distanziert gegenüber. Aber nicht nur diese Erlebnisse wirbeln Karls Leben durcheinander, sondern auch der Entschluss seiner Eltern, eine „Beziehungspause“ einzulegen. Karls Vater zieht nun ebenfalls heimlich in das Mehrgenerationenhaus und Karl weiß bald nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf. Karl stellt tatsächlich ein Video in das Netz und hat schließlich zwanzig Follower, die Mitglieder seiner Familie und sämtlich Bewohner des Mehrgenerationenhauses, seine Eltern bleiben doch zusammen, und Karls Liebe zu Larissa erlischt in dem Moment, in dem sie ihn als „kleinen Scheißer“ bezeichnet. Stattdessen kommt er Irina so nahe, dass er stolz feststellen kann, dass er nun 3,7 Mädchen geküsst hat.

Didaktische Hinweise

Kathrin Schrocke schildert den Alltag eines Dreizehnjährigen mit viel Humor und der Leser folgt gespannt der abwechslungsreichen Geschichte. Der Roman ist für eine siebte Klasse geradezu prädestiniert. Alles, was Jugendliche in diesem Alter beschäftigt (Internet, Smartphone, erste Liebe, Beziehung zu den Eltern), wird mit Witz und Herz beschrieben. Karl ist ein sehr liebenswerter Junge, der aus seiner Sicht die Ereignisse erzählt und für junge Leser, aber auch Leserinnen, eine äußerst sympathische Identifikationsfigur abgibt. Im Unterricht kann zusätzlich das sehr aufschlussreiche Interview mit der Autorin besprochen werden, das der Mixtvision Verlag auf seiner Webseite bereithält. Außerdem gibt es von der Akademie für Leseförderung Niedersachen eine Methodenvoschlag für „Infografiken zu Büchern”, am Beispiel von Kathrin Schrockes Jugendromans.

Alle hier rezensierten Werke von Kathrin Schrocke

Gattung

  • Romane

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet und zum Vorlesen

Jahrgangsstufen

6 bis 7

Fächer

  • Deutsch
  • Familien- und Sexualerziehung

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Familien- und Sexualerziehung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2019

ISBN

9783958541429

Umfang

192 Seiten

Medien

  • Buch