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Hannes Jaenicke; Julius Brümmer (Illustr.): Mukiza - die wahre Geschichte eines Berggorillas

Besprechung

Es ist ein schöner, sonniger Morgen, als das Berggorillababy Mukiza im Bwindi Impenetrable Nationalpark in Uganda geboren wird. Er wächst vom ersten Tag an in einer Gemeinschaft von Berggorillas auf, in der er besonders von Mutter Mugwere und Vater Zeus liebevoll umsorgt und behütet wird. Seine Tage sind zunächst geprägt von Entdeckungen im Regenwald, Spielen und Herumtollen mit anderen Jungtieren und dem engen Zusammenhalt der Gruppe. Als Mukiza heranwächst, lernt er jedoch auch, dass das Leben im Regenwald nicht nur schön und unbeschwert ist, sondern auch Gefahren mit sich bringt. Innerhalb der Gemeinschaft muss er lernen, sich zu behaupten, er muss Konflikte und die besondere Gruppendynamik aushalten. Darüber hinaus drohen ihm menschengemachte Gefahren: Wilderei und Lebensraumzerstörung gefährden seine Existenz und die seiner Sippe. Im Erwachsenenalter erlebt Mukiza was Abschied und Neubeginn bedeutet. Nach dem Tod von Silberrücken Zeus muss sich Mukiza seinem Rivalen Rukara stellen und um den Verbleib in seiner Gruppe kämpfen oder den Neubeginn in einer eigenen Gruppe wagen.

Didaktische Hinweise

Der Schauspieler, Umweltaktivist und Autor Hannes Jaenicke verbindet in diesem Bilderbuch sehr anschaulich eine reale Tierbiographie inklusive Wissensvermittlung über Berggorillas mit einer emotionalen Erzählung. Unterstützt durch eindrucksvolle und großflächige Bilder von Julius Brümmer wird in kurzen, einfachen Sätzen das Leben von Mukiza beschrieben, der tatsächlich 1999 im Bwindi Impenetrable Nationalpark geboren wurde. Da das Bilderbuch im Anhang zahlreiche Informationen über die Lebensweise der noch rund 100 freilebenden Berggorillas sowie die Arbeit der Berggorilla & Regenwalddirekthilfe e.V. enthält, bietet es sich als Sachbuch für die Schulbibliothek besonders an. Interessierte und geübte Lesende können die Kurzgeschichte über Mukiza bereits ab Ende der zweiten Klasse bewältigen. Der Gorilla und seine Gruppe geben mit ihrem menschenähnlichen Sozialverhalten durchaus Identifikationspotential für die jungen Heranwachsenden und fördern die Stärkung von Verantwortungsgefühl. Darüber hinaus lernen sie, Gorillas und ihre Bedürfnisse sowie ihre zum größten Teil von Menschen gemachte Bedrohung niederschwellig zu verstehen. Herausfordernd könnte allerdings werden, dass manche Kinder sensibel auf die Themen Bedrohung und Wilderei reagieren. Hier sollte die Lehrkraft das hoffnungsvolle und gute Ende der Geschichte in den Vordergrund rücken.
In den Jahrgangsstufen 3/4 ist der Einsatz sowohl im Heimat- und Sachunterricht (Lernbereich 3: Natur und Umwelt) als auch im Ethikunterricht (Lernbereich 4, 4.2.: Umgang mit Natur und Umwelt) denkbar. Die Geschichte der Berggorillas wird, im Sinne Klafkis, exemplarisch Anlass für die Lernenden, sich näher mit der Zerstörung der Tier- und Pflanzenwelt, sowie in vereinfachter Form mit Biodiversität, Arten- und Klimaschutz zu befassen. Nach dem Themeneinstieg mit Mukizas Geschichte bietet sich eine vertiefte Beschäftigung beispielsweise in Form eines Lernzirkels an. In Gruppenarbeitsphasen könnten (Internet-, Lexikon-, Zeitschriften-) Recherchen bezüglich der oben genannten Themen durchgeführt und anhand von Gemeinschaftsplakaten vorgestellt werden.

Gattung

  • Bilderbücher

Sachbuchkategorie

  • Natur, Tiere, Lebensräume

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 1 bis 4

Fächer

  • Ethik/Religionslehre (ev)
  • HSU

FÜZ

  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)

Erscheinungsjahr

2024

ISBN

9783948877606

Umfang

40 Seiten

Medien

  • Buch