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Antje Damm: Füchslein in der Kiste

Besprechung

Mit „Füchslein in der Kiste“ ist der Künstlerin Antje Damm wieder einmal ein besonderes Bilderbuch, dieses Mal zum Thema „Tod und Sterben“, gelungen. Empathisch, humorvoll und „federleicht“ nähert sie sich dem Thema. Protagonist ist ein alter Fuchs, der endlich auf einer Lichtung im Wald ankommt. Dabei hat er eine Kiste mit vielen Dosen Tomatensuppe – seinem Lieblingsessen ­– bei sich. Bei genauer Betrachtung ist die Kiste ein Sarg und die Lichtung ein Friedhof. Die in der Nähe lebenden Kaninchen sind zunächst überrascht und ängstlich über die Ankunft eines lebendigen Fuchses. Nachdem der Fuchs aber erklärt, dass von ihm auf Grund seines Alters keine Gefahr mehr ausgeht, freunden sich die Erzfeinde an, spielen und erleben eine wunderbare Zeit miteinander, bis der Fuchs eines Tages seinen neuen Spielkameraden erklärt, dass er sehr müde sei und dass es Zeit werde zu gehen. Der Fuchs legt sich in seine Kiste, die Kaninchen halten Wache und als er gestorben ist, beerdigen sie den Fuchs, singen ein Lied dazu und stellen ein Kreuz auf. Die Kaninchen erinnern sich gerne an die gemeinsame Zeit und wenn sie den Fuchs besonders vermissen, essen sie zusammen Tomantensuppe. „Das half immer!“

Damm zeigt mit dieser Geschichte unaufgeregt und doch tiefgründig, dass das Sterben zum Leben dazugehört, aber auch, dass Alt und Jung auch, oder vielleicht sogar besonders, am Ende des Lebens von einander profitieren und Dinge miteinander teilen können und dass Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse bei der Trauerbewältigung helfen können. Den Text hat die Autorin und Künstlerin einfach, aber keineswegs banal gehalten. Die großflächigen Illustrationen in 3D Optik erwecken die Geschichte zum Leben. Dabei malt Damm die Figuren und Gegenstände auf Karton, schneidet sie aus und drapiert sie vor einem Hintergrund. Die Szenen werden auf diese Weise zusammengesetzt und fotografiert.

Didaktische Hinweise

Das Buch eignet sich insbesondere zur Thematisierung von „Sterben, Tod und Trauer“ in den Jahrgangsstufen 1 bis 3. Als ausgesprochenes Vorlesebuch sollten die Bilder im Vordergrund stehen. Hier gibt es viel zu entdecken. Bereits auf der Umschlagseite innen ist ein Wald zu sehen, wer genau hinsieht, erkennt unterschiedliche Grabsteine. Schon dieses Bild stellt einen Gesprächsanlass zu eignen Erfahrungen dar. Durch das genaue Betrachten der Bilder, können sich die Schülerinnen und Schüler die Geschichte überwiegend selbst erzählen. Ein Augenmerk sollte auf die fröhlichen Erlebnisse, die Fuchs und Hasen vor seinem Tod erleben, gelegt werden. Die letzten Seiten zeigen die Beerdigung des Fuchs und das Erinnerungsritual der Hasen. Beides kann Kinder anregen, eigene Ideen und Erfahrungen zu äußern. Soll mit dem Buch weitergearbeitet werden, kann ein persönliches schönes Erlebnis mit einem lieben Menschen oder auch Haustier in einem Schuhkarton in 3D Optik gebastelt werden.

Alle hier rezensierten Werke von Antje Damm

Gattung

  • Bilderbücher

Eignung

in Auszügen geeignet und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 1 bis 3

Fächer

  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Gesundheitserziehung
  • Interkulturelle Erziehung
  • Philosophie

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Gesundheitsförderung
  • Kulturelle Bildung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783895653995

Umfang

32 Seiten

Medien

  • Buch