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Ludwig Fichtlscherer: Als der Wiggerl in den Krieg musste ...

Besprechung

Im Zentrum von „Als der Wiggerl in den Krieg musste … – Der Wiggerl vom Arnulfsplatz und seine Erlebnisse im II. Weltkrieg“ steht der 18-jährige Wiggerl aus Regensburg, der die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erlebt. Nach seinem Schulabschluss beginnt der Junge eine Lehre bei „Messerschmitt“, wird bald schon in ein „Wehrdienstertüchtigungslager“ einbestellt, bevor er schließlich den Einberufungsbescheid als Soldat erhält. Bereits während seiner Vorbereitungszeit auf seinen Einsatz in Russland im Infanterie-Regiment Nr. 9 in Berlin und in Dänemark verspürt Wiggerl starkes Heimweh nach seinem geliebten Bayern, v. a. nach seiner Heimat am Arnulfsplatz in Regensburg. Doch sein Weg führt unausweichlich nach Russland, wo er im Dezember 1942 mit seinen Kameraden ankommt und im Stellungskrieg in den Wolchow-Sümpfen, untergebracht in einem kargen Bunker, Entbehrung und massive Angstzustände erlebt. 

Erinnerungen an zuhause begleiten ihn besonders während des ersten Weihnachtsfestes an der Front. Immerhin darf sich Wiggerl – im Unterschied zu vielen seiner Kameraden – noch über Feldpost freuen. Als im März die Schneedecke abschmilzt, wird im Wolchow-Moor die vernichtende Gewalt des Krieges sichtbar. Nach einer Verlegung ins finnische Visotzkoje erlebt er kurzzeitig bessere Bedingungen und eine leichte Entspannung der Lage, bevor er erneut an die Front nach Mga, einem Eisenbahnknotenpunkt, geschickt wird. Untergebracht in Erdbunkern müssen Wiggerl und seine Kameraden nicht nur wieder Patrouillengänge durchstehen, sondern geraten an der Front direkt unter schweren Beschuss. Als Wiggerl lebensbedrohlich verletzt wird, darf er im Lazarettzug endlich wieder Richtung Heimat. Als Kriegsveteran kehrt der junge Soldat schließlich im Alter von 18 Jahren und neun Monaten in sein geliebtes Regensburg zurück, wo Not, Entbehrung und Fliegerangriffe den Alltag bestimmen. Und Wiggerl muss sich noch dazu trotz seiner schweren Kriegsverletzung zurück im zivilen Leben behaupten. Der Tauschhandel blüht und kreative Überlebensstrategien sind gefragt. Regensburg ist mittlerweile der amerikanischen Militärpolizei unterstellt, als Wiggerl seine Berta trifft und sich Hals über Kopf in das Mädchen verliebt. Durch seinen Einfallsreichtum und mit etwas Glück übersteht er den eisigen Winter 1945/46. Langsam beginnt nach Kriegsende das Leben in Regensburg wieder zu pulsieren und Wiggerl tritt nicht nur eine neue, vielversprechende Stelle an, sondern findet auch sein persönliches Glück. 

(Die inhaltliche Zusammenfassung der Verfasserin der Rezension wurde mit ChatGPT (frei zugängliche Version, basierend auf der GPT-4.1.-Architektur) gekürzt und vereinzelt Vorschläge der KI in den Text der Verfasserin nach kritischer Prüfung übernommen.)

Didaktische Hinweise

Dass die zunächst nur in den sozialen Medien veröffentlichten Erzählungen von Ludwig Fichtlscherer schnell viele Leserinnen und Leser in den Bann zogen, verwundert nicht: Als Zeitzeuge gibt er durch den autobiografisch gezeichneten Soldaten Wiggerl interessante Einblicke in den Alltag an der Front und in das Leben während und unmittelbar nach dem Krieg in seiner bayerischen Heimat. 

Bei der Zusammenstellung zu einem Buch reicherten die Herausgebenden die Erzählungen zu den verschiedenen Stationen auf Wiggerls Weg als Soldat und zu seiner Sichtweise auf bestimmte Themen mit zahlreichen Fotos von der Front, Originaldokumenten und Kartenmaterial an. Somit finden sich im Werk Eindrücke eines Zeitzeugen, wertvolles Quellenmaterial und zahlreiche Ansatzpunkte für die Demokratieerziehung, so z. B. für die Verfassungsviertelstunde. 

Dank der Unterteilung in unterschiedliche thematische Kapitel und Wegstationen können für den Unterrichtseinsatz auch einzelne Ausschnitte herausgegriffen werden. 

In sprachlicher Hinsicht besonders reizvoll ist, dass die Erzählungen sowohl in Fichtlscherers Regensburger Mundart als auch rechts daneben in der standardsprachlichen Variante abgedruckt sind. Die Erzählweise verfügt - neben der angemessenen Ernsthaftigkeit - auch über einen gewissen spitzbübischen Charme. 

Gattung

  • Heimat- und Dialektliteratur

Eignung

themenspezifisch geeignet und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 8 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte

FÜZ

  • Politische Bildung
  • Sprachliche Bildung

Erscheinungsjahr

2015

ISBN

9783866463202

Umfang

196 Seiten

Medien

  • Buch