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Rebekka Frank: Stromlinien

Besprechung

In Rebekka Franks Roman „Stromlinien“ werden die Lebenslinien von vier Generationen durch den Elbstrom beeinflusst. Die Elbe wird zum zentralen Dreh- und Angelpunkt der Erzählung, die 2026 für den Jugendliteraturpreis nominiert ist. Der Fluss, der sich wie eine mächtige Lebensader durch das Alte Land und die Hamburger Marschen schlängelt, dient hier als verbindendes Element für drei verschiedene Zeitebenen. 
Die Handlung beginnt an einem Punkt, der für die 17-jährige Enna eigentlich der Beginn eines neuen Lebensabschnitts sein sollte: Die lang ersehnte Entlassung ihrer Mutter Alea aus dem Gefängnis endet jedoch in einem verstörenden Desaster. Jale, Ennas Zwillingsschwester, ist plötzlich spurlos verschwunden. Auch Mutter Alea ist wie vom Erdboden verschluckt. Enna macht sich große Sorgen um Jale, mit der sie sich eng verbunden fühlt. Bei ihrer Suche, bei der sie Unterstützung von Mitschüler Luca erhält, dringt Enna tief in ihre eigene Familiengeschichte ein.
Die Autorin greift dafür auf drei Erzählstränge zurück. In der Gegenwart, die im Sommer 2023 spielt, begleitet man die Ich-Erzählerin Enna. Im Jahr 1983 steht das Schicksal von Mutter Alea im Mittelpunkt, während das Jahr 1923 die Geschichte von Urgroßvater Gunnar erzählt, der nach seiner Entlassung aus der Haft auf einem Schiff anheuert. 
In der Entwicklung der Geschichte zeigt die Autorin, wie lange zurückliegende familiäre Erschütterungen über Generationen hinweg wie eine stille Strömung nachwirken und das Leben der Nachkommen prägen.
Ein besonders düsteres Element zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch: Kursiv gesetzte Einschübe beschreiben den tödlichen Sturz eines Menschen in das kalte Wasser der Elbe, was der Geschichte eine zusätzliche, beklemmende Ebene verleiht. Diese Erzählstränge sind miteinander verwoben. Zusammen mit den Naturschilderungen machen sie die Lebenswelt der Protagonistinnen erst vollständig. 

Didaktische Hinweise

Durch die Kombination von authentischen Schauplätzen und einem verwobenen Plot entsteht eine bemerkenswerte Spannung. Die Autorin wechselt dabei zwischen kriminalistischen Momenten und fast melancholisch-poetischen Naturbeobachtungen. „Stromlinien“ ist ein Familiendrama, das die Frage aufwirft, wie sehr wir an die Entscheidungen unserer Vorfahren gebunden sind und von ihnen geprägt werden. Hier finden sich auch Möglichkeiten der unterrichtlichen Anknüpfung. Konkrete Aufträge im Rahmen einer Gruppenlektüre finden sich im Zusatzmaterial. 

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 10 bis 13

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2025

ISBN

9783758700224

Umfang

512 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch