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Christoph Hein: Glückskind mit Vater

Besprechung

Der Roman „Glückskind mit Vater“ von Christoph Hein erzählt eine deutsche Biografie. Im Mittelpunkt des Romanes steht Konstantin Boggosch, der als pensionierter Schuldirektor in einer ostdeutschen Kleinstadt zusammen mit seiner zweiten Frau ein scheinbar ruhiges und zurückgezogenes Leben führt, bis ihn eines Tags ein Brief vom Kirchensteueramt unter dem Namen „Konstantin Müller“ erreicht. Der Brief und die Tatsache, dass eine Journalistin den ehemaligen Schuldirektor um ein Interview für das bevorstehende Jubiläum des Gymnasiums bittet, zwingen Konstantin Boggosch dazu, sich mit seinem sorgsam gehüteten Familiengeheimnis, von dem noch nicht einmal seine Frau etwas weiß, auseinanderzusetzen. Er ist der Sohn eines der schlimmsten NS-Verbrecher. Obwohl Konstantin Boggosch seinen Vater, der ein großes KZ neben seine Fabrik bauen wollte, nie kennen gelernt hat, lastet zeitlebens ein Fluch auf ihm. Sein ganzes Leben setzt Konstantin Boggosch daran, aus dem Schatten des Vaters zu treten, wird aber von den Greultaten des Vaters immer wieder eingeholt. Als ihm aufgrund der Biografie seines Vaters der Schulabschluss verwehrt wird, verlässt er die Mutter und flüchtet aus der damaligen Sowjetischen Besatzungszone in den Westen. Seine Flucht führt ihn nach Marseille, wo er bei der Fremdenlegion anheuern will. Als daraus nichts wird, findet der 16-Jährige sprachbegabte Junge Anstellung in einem Antiquariat. Alles geht gut, bis einer seiner Arbeitgeber, ein ehemaliges Mitglied der Résistance, ihm ein Buch über den Widerstand schenkt, worin sich auch ein Bild seines Vaters befindet. Das ist für den Jungen Grund genug, Marseille zu verlassen. Kurz bevor die deutsche Grenze ganz dichtgemacht wird, kehrt Konstantin Boggosch in die DDR zurück, wo er schließlich an der Filmhochschule Babelsberg studieren kann, bis ihn auch dort die Vergangenheit wieder einholt. Aus der Not heraus studiert er Pädagogik und wird schließlich Lehrer in einer Kleinstadt.

Didaktische Hinweise

Christoph Heins Romane „Glückskind mit Vater“ eignet sich sehr gut als Klassenlektüre in der Oberstufe. Hinweise für den Unterricht:1. Recherchieren Sie den historischen Hintergrund des Romanes (NS-Kriegsverbrechen, Resistance, Besatzungszonen, Mauerbau, Leben in der DDR, Mauerfall)2. Zeichnen Sie einen Zeitstahl, auf dem Sie die einschlägigen historischen Ereignisse markieren. Setzen Sie diese in Verbindung zu Konstantin Boggoschs Leben.3. Zwei ungleiche Brüder. Beschreiben Sie, wie Konstantin und sein Bruder mit der NS-Vergangenheit des Vaters umgehen. 4. Beurteilen Sie das Verhalten der Mutter und des Onkels?5. Recherchieren Sie über den Autor Christoph Hein. Welche autobiographischen Parallelen finden sich im Romane „Glückskind mit Vater“?6. Versetzen Sie sich in die Journalistin im Romane und führen Sie das Interview mit Konstantin Boggosch. Einen Ausschnitt aus einer Lesung mit dem Autor findet man bei youtube..

Alle hier rezensierten Werke von Christoph Hein

Gattung

  • Romane

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 11 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte

Erscheinungsjahr

2016

ISBN

9783518425176

Umfang

527 Seiten

Medien

  • Buch