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Louis Sachar: Der Fluch des David Ballinger

Besprechung

Dem Autor Louis Sachar ist mit seinem Buch „Löcher“ eines der bekanntesten Jugendbücher der letzten Jahre gelungen. Wie bei „Löcher“ geht es auch in diesem Titel um einen Fluch. Davids bester Freund schließt sich einer Jungenclique an, die in der Schule unangenehm dominant auftritt. Um seinen Freund nicht zu verlieren und um den anderen zu imponieren, entschließt sich David, bei einem Überfall auf die merkwürdige Mrs. Bayfield mitzumachen. Mrs. Bayfield versucht, sich zu wehren, und so passiert es, dass gerade David sie beim Rückzug so anrempelt, dass sie rücklings mit ihrem Stuhl umkippt und sich dabei Limonade über das Gesicht schüttet. Sie schreit wütend Verwünschungen hinter David her. Da man Mrs. Bayfield schon lange geheimnisvolle Fähigkeiten nachsagt, glaubt sich David verflucht. Tatsächlich passieren ihm von nun an peinliche Missgeschicke. So sieht man z. B. seine Unterhose aus dem Hosenschlitz herausschauen, dann fällt er mit seinem Stuhl um, schüttet sich Limonade über das Gesicht usw. David ist verzweifelt. Er wartet förmlich auf das nächste Missgeschick, und so bleibt es nicht aus, dass er zunehmend ängstlich und zum Gespött seiner „Freunde“ wird. Er wehrt sich nicht – schließlich ist er ja verflucht! David wird isoliert und lernt Mitschüler kennen, denen es ähnlich ergeht. Zusammen versuchen sie sich, in kleinen, allzu vorsichtigen Schritten gegen den Spott zu wehren. David erkennt, dass es nur eine wirkliche Lösung gibt, nämlich sich bei Mrs Bayfield zu entschuldigen und so den Fluch zu brechen. Mrs. Bayfield entpuppt sich als schrullige Künstlerin. Sie verhilft David zu mehr Selbstvertrauen und modelliert seine Gesichtszüge sogar in eine Maske. David fühlt sich endlich frei und stark. Im Jahr 2002 ist dieser Jungenroman unter dem englischen Titel „The boy who lost his face“ erschienen. Der Titel bringt besonders gut zum Ausdruck, worum es in diesem Buch geht: David verliert sein Gesicht vor seinen Freunden, vor seinem Bruder und – was am schlimmsten ist – auch vor sich selbst. Erst als er sich gegen den „Fluch“ wehrt, ihn nicht mehr als Ausrede für seine eigenen Unzulänglichkeiten benutzt, ihn mit Tatkraft aus dem Weg zu räumen versucht, überwindet er seine (pubertären) Probleme, gewinnt echte Freunde, macht sich auf, erwachsen zu werden, und erhält sein Gesicht (in Form einer Maske) zurück. Dass nach diesem „Happy End“ noch ein kleines Kapitel folgt, verleiht der Geschichte einen besonderen Hoffnungsschimmer: 150 Jahre später: David ist so berühmt geworden, dass an seinem Geburtstag alle Kinder schulfrei bekommen. Der von vielen gehänselte Junge Willy steht im Museum bewundernd vor Davids Maske und wünscht sich nur eines: so zu werden wie ER! Eine spannend konstruierte und hinreißend erzählte Geschichte – Lesevergnügen auch für Erwachsene. Besondere Empfehlung.

Didaktische Hinweise

 

 

Gattung

  • Romane

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 7 bis 13

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2004

ISBN

9783423621621

Umfang

217 Seiten

Medien

  • Buch