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Alfred Döblin: Die Ermordung einer Butterblume - Erzählungen

Besprechung

Der dickliche Herr Fischer, ein Firmeninhaber, erfährt auf einem Spaziergang ein traumatisches Erlebnis. Er köpft eine Butterblume und fängt an, über die Tat zu räsonieren. Als er „sie retten“ will, dies aber unmöglich ist, entwickelt er rational nicht mehr nachvollziehbare Ängste, dass sich die Butterblume als Exponent der Natur an ihm rächen könnte. Zur Sublimation seiner Schuldgefühle eröffnet er ihr zuerst ein Konto und baut dann eine religiöse Beziehung zu der Blume auf, opfert ihr, nicht ohne sie aber im religiösen Kult durch kleine Nachlässigkeiten zu betrügen. Schließlich kommt er auf die Idee, die Blume durch eine ihrer Töchter zu ersetzen, anstatt eine Tote zu verehren. Er verpflanzt eine Butterblume aus dem Wald in einen goldenen Blumentopf und nimmt sie bei sich auf. Als die Wirtschafterin durch eine Nachlässigkeit die Blume beseitigt, ist Fischer von seiner Besessenheit befreit. Döblin greift auf Naturwissenschaften, Biologie und Psychologie zurück und entwirft ein gesellschaftskritisches Psychogramm, indem er das Handeln eines - seinen Wahnvorstellungen verfallenen - Kaufmanns als Folge von Isolation, angestauter Aggression und Schuldgefühlen aufzeigt, ohne dass sein geschäftlicher Erfolg darunter leidet.

Didaktische Hinweise

Kennzeichen des modernen Erzählens, Kennzeichen des Expressionismus; Sprache des Expressionismus; Projekt: Vergleich mit Kafkas „Die Verwandlung“, Büchners „Lenz“, Storms „Posthuma“, Canettis „Die Blendung“

Gattung

  • Kurzprosa, Erzählungen, Textsammlungen, Tagebücher

Eignung

themenspezifisch geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 12 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Psychologie
  • Zusätzliche Fächer (Fachunterricht)

Erscheinungsjahr

1998 (1910)

ISBN

9783423125347

Umfang

Seiten

Medien

  • Buch