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Stefanie Höfler: Helsin Apelsin und der Spinner

Besprechung

Ein Kinderbuch über die 8-jährige Helsin, die langsam lernt, ihre Wutausbrüche zu besiegen.

Helsin wächst bei liebevollen Adoptiveltern in Deutschland auf. Sie, ihre Lehrerin und mittlerweile auch die Mitschüler wissen, wie sie am besten mit Helsins Wutausbrüchen umgehen. Mit Louis aber kommt ein neuer Mitschüler in die Klasse, der sich mit „Helsin – Apelsin – Apfelsine“ gleich über Helsins Namen lustig macht. In einem „Spinner“ schlägt ihm Helsin die Nase blutig. Als Louis dann auch noch seinen Leguan mit in die Klasse nimmt und ihn allen anderen Klassenkameraden zeigt – nur Helsin nicht – geht es mit ihr wieder durch: Helsin stiehlt heimlich den Leguan. Als die 8-Jährige aber mit Louis zusammen ein Referat vorbereiten soll und auch erfährt, dass ihr neuer Mitschüler wie sie ursprünglich aus Skandinavien stammt, wird er ihr sympathisch. Um sich über den Umgang mit Schiffen zu informieren, nimmt Louis sie sogar mit zu seinem Großvater, der früher selbst unter „Spinnern“ litt…
Stefanie Höfler, bekannt von „Tanz der Tiefseequalle“ und von „Mein Sommer mit Mucks“, hat in ihrem neuen Buch wieder eine außergewöhnliche Hauptperson in den Mittelpunkt gestellt. Helsin ist ein Mädchen, dass immer wieder relativ unkontrolliert kurz „Rot sieht“ und dann auch schon mal Gegenstände durch die Gegend wirft oder Nasen blutig schlägt. Weil Höfler für ihre Geschichte Helsin als personale Erzählerin gewählt hat, erhält der Leser zwar Einblicke in Helsins Gemüt, kann sich aber dennoch ein eigenes Bild machen. So fiebert der Leser mit, wie sie den Diebstahl des gestohlenen Leguans wieder korrigieren kann, ohne Louis als Freund zu verlieren. Helsins Spinner werden nicht bewertet – sie passieren. Erst als Helsin jemanden trifft, der auch unter diesen Wutausbrüchen litt und sie besiegen konnte, nimmt sie sie nicht mehr hin, sondern sieht eine Chance, sie zu bewältigen.

Didaktische Hinweise

Vielleicht weil Helsin immer wieder „Rot sieht“, wurde das Cover von Anke Kuhl in Korallenrot getaucht. Die Darstellungen Helsins muten wie Kinderzeichnungen an. Wer den Inhalt kennt, findet das passend – Kinder selber würden aber wegen der Gestaltung des Umschlags kaum danach greifen. Da hilft nur eins: vorlesen. Denn ist das erste Kapitel gelesen, legt man das Buch nicht mehr aus der Hand. Helsin fesselt. Dass sie kein durchschnittliches Kind ist, spielt nur anfangs eine Rolle. Auch kindlichen Lesern wird Helsin, vor der ihre Mitschüler oft aus Angst vor einem Wutausbruch zusammenzuckten, sympathisch.
Wichtig wird der Umgang mit dem Diebstahl des Leguans, die Sorge um Louis` Großvater und vor allem Freundschaft. Das bietet viele Möglichkeiten für den unterrichtlichen Einsatz. Ein tolles Buch!

Hier geht's zu einem Podcast vom Deutschlandfunk.

Alle hier rezensierten Werke von Stefanie Höfler

Gattung

  • Erstlesebücher

Eignung

als Klassenlektüre geeignet und zum Vorlesen

Jahrgangsstufen

3 bis 4

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783407755544

Umfang

205 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch