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Rudolf Herfurtner: Der fliegende Holländer

Besprechung

Ein bisschen wie im Märchen, aber auch gespenstisch und dramatisch: Die Geschichte vom fliegenden Holländer. Alle sieben Jahre darf der „Fliegende Holländer“, Kapitän eines Geisterschiffs, sein Schiff verlassen und an Land nach einer Frau suchen, die ihn von seinem Fluch erlöst. Nur wenn diese Frau ihn bedingungslos liebt und ihm treu bleibt, kann er und seine Mannschaft auf Erlösung hoffen und endlich sterben. Senta, die Tochter des norwegischen Kaufmanns Daland, ist tief berührt, als sie die Geschichte vom fliegenden Holländer zum ersten Mal hört. Eines Tages steht sie dem Kapitän direkt gegenüber. Verwunderlich ist es nicht, dass das verträumte Mädchen sofort glaubt, dass sie die Auserwählte sein muss, die alleine den Geisterkapitän retten kann. Erik, ein Jäger, der in Senta verliebt ist, versucht sie von ihrer Überzeugung abzubringen. Doch Senta will dem Kapitän folgen. Der fliegende Holländer sieht Senta zusammen mit Erik und nimmt an, dass sie sich gegen ihn entschieden hat. Enttäuscht befiehlt der Kapitän seinen Seemännern die Segel zu setzen und segelt mit dem Geisterschiff davon. Senta will ihm nacheilen und ihre Treue beweisen. Sie klettert auf einen Felsen - und stürzt sich ins Meer. Rudolf Herfurther erzählt die Geschichte der schaurig-romantischen Oper von Richard Wagner neu in kindgerechter Sprache. Er erfindet eine Rahmenhandlung und stellt so eine Verbindung zwischen dem Komponisten und der Oper her. Die Rahmenhandlung erklärt, wie Richard Wagner, geprägt durch die Erlebnisse einer stürmischen Seefahrt auf die Idee für eine Oper zur Legende des „Fliegenden Holländers“ kommt. Begeistert erzählt er an Bord seiner Frau die tragische Geschichte des Geisterkapitäns. Die Illustratorin Anette Bley trennt in dem Bilderbuch Rahmenhandlung und Geistergeschichte auch optisch, indem sie die beiden farblich voneinander absetzt. Während die Rahmenhandlung einfarbig gestaltet ist, erscheint die Geistergeschichte farbig. Geisterschiff und gespenstische Besatzung zeigt sie in klassischen, farblich ausgewogenen Bildern: Stürmische See, das unheimliche Schiff mit schwarzem Mast, grell roten Segeln und gespenstisch blassen Matrosen. Neben dem wild verzweifelten Holländer erscheint Senta, porzellanhaft zerbrechlich. Die Dramentische Atmosphäre der Geschichte wird so in den Bildern fassbar.

Zum musikalischen Bilderbuch wird der Band durch die Aufnahmen (Naxos/ORF Symphony Orchestra unter Leitung von Pinchas Steinberg) der wichtigsten Stücke aus der Oper. Im Text wird jeweils auf die musikalische Umsetzung der Szene im Buch verwiesen.

Ein Bilderbuch das vielen Ansprüchen gerecht wird: Kindgerecht erzählte Geschichte, eindrucksvolle Bilder und Hörbeispiele aus der Oper. Ein Sammelstück oder ungewöhnliches Geschenk für Kinder im Grundschulalter.

Didaktische Hinweise

Die Arbeitsweise und das Leben eines Komponisten kann hier am Beispiel Richard Wagners aufgezeigt werden. Rahmenerzählung und ausgewählte Hörbeispiele ermöglichen einen exemplarischen Zugang. Die Illustration schafft einen spielerischen Einstieg in die Operngeschichte.

Weitere musikalische Bilderbuch zu berühmten Opern sind bei Annette Betz zu „Die Zauberflöte“ (W.A. Mozart), „Aschenputtel“ (Gioachino Rossini) und „Aida“ (Giuseppe Verdi) erschienen.

Alle hier rezensierten Werke von Rudolf Herfurtner

Gattung

  • Bilderbücher

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet

Jahrgangsstufen

1 bis 5

Fächer

  • Deutsch
  • Kunst (Fachzeichnen)
  • Musik

Erscheinungsjahr

2011

ISBN

9783219114638

Umfang

31 Seiten

Medien

  • Buch
  • Hörbuch