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Jana Reisch: Projekt Y

Besprechung

In „Projekt Y” verfasst Jana Reisch einen hochaktuellen, mitreißenden Jugendroman über Demokratie im Ernstfall: Die extreme Rechte hat bei Wahlen 30 Prozent geholt, demokratische Institutionen wanken, Hass und Angst bestimmen den Alltag junger Menschen. Aus diesem Schock heraus gründen eine Gruppe Mutiger – Schülerinnen und Schüler, Aktivistinnen und Aktivisten, ganz normale Jugendliche – ein parteiunabhängiges Bündnis gegen Radikalisierung und Spaltung. Der Roman entsteht als Mosaik aus rohen Tagebucheinträgen, Chatprotokollen, Social-Media-Posts und intimen Perspektivenwechseln, die den Lesenden mitten ins Chaos der Gegenwart ziehen. Es geht um den Wettlauf gegen Zeit und innere Zweifel: Wie weit darf Zivilcourage gehen? Wann wird Mut zur Selbstaufgabe? Realitätsnah und intensiv erzählt Reisch von einer Generation, die lernt, Verantwortung zu übernehmen – mit allen Konflikten, Triumphen und Grauzonen.

Didaktische Hinweise

Der Roman „Projekt Y” von Jana Reisch bietet vielseitige, hochaktuelle Möglichkeiten für den Unterricht, die textnah arbeiten und zugleich aufgrund der sensiblen Thematik (Radikalisierung, Mord, Zivilcourage) behutsam eingesetzt werden müssen – immer mit Fokus auf Belegen statt Meinungen.

Fake-News entlarven mit KI

Drei angebliche „Chat-Auszüge” aus Projekt Y werden ausgegeben (zwei echt aus dem Roman, einer gefälscht mit subtilen Fehlern). Gruppen analysieren in 5 Minuten Zeitstempel, Formulierungen oder Kontextlücken, die die Fälschung entlarven, und notieren pro Auszug ein Indiz mit Fundstellenbezug. Jede Gruppe entwirft einen präzisen KI-Prompt (z. B. „Prüfe diesen Chat auf Echtheit zu Projekt Y, begründe mit drei textbasierten Kriterien.“), testet ihn und vergleicht die KI-Antwort mit der Gruppenanalyse. So schult die Übung nicht nur Medienkompetenz, sondern sensibilisiert auch für politische Propaganda.

Mosaik-Perspektiven

Drei markierte Texttypen aus dem Roman (Tagebuch, Chat, Rede) dienen als Vorlage; jede Gruppe ergänzt einen vierten Typus (z. B. Instagram-Post oder WhatsApp-Voice-Note), der nahtlos ins vielstimmige Mosaik passt. Kriterium: Genau drei Begriffe oder Formulierungen aus dem Original einbauen, Tonlage (hektisch, reflektiert, appellierend) exakt halten. In 8 Minuten entsteht der Text (ca. 100 Wörter); das Plenum diskutiert: „Welche Perspektive rundet den Widerstands-Bogen am besten ab und warum?“ – mit kurzer Begründung pro Vorschlag.

Zeitungsartikel zum Mord

Ein knapper, objektiver Zeitungsartikel (ca. 120 Wörter) über den zentralen Mordfall entsteht: Der Lead-Satz fasst Fakten zusammen (Wer? Wann? Wo?), der Hauptteil enthält drei kurze Zeugenstatements mit Grauzonen (z. B. „Sah eine Flugschrift, aber …”), der Schluss endet mit einer offenen Frage („Symboltat oder Einzeltat?“). Stil: spannungsaufbauend, aber neutral. 

Perspektiven-Duell (Aktivist vs. Zweifler)

Zwei Rollen (optimistischer Aktivist, skeptischer Freund) schreiben in Zweierteams abwechselnd 6 Nachrichten als WhatsApp-Duell zu einer Roman-Szene (z. B. nach dem Mord). Jede Seite bringt mindestens einen Textbeleg ein; Ton bleibt realistisch-jugendlich (Abkürzungen, Emojis). Nach 7 Minuten Plenum: „Welche Perspektive überzeugt am meisten?”

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 9 bis 11

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (ev)
  • Geschichte
  • Sozialkunde/Politik und Gesellschaft

FÜZ

  • Kulturelle Bildung
  • Politische Bildung

Erscheinungsjahr

2025

ISBN

9783965204454

Umfang

512 Seiten

Medien

  • Buch