Jarrod Shusterman, Sofia Lapuente: Retro - geh nicht online
Besprechung
Es beginnt mit einem peinlichen Video von ihrer Freundin Samantha, das Luna nach einem Streit mit dieser online stellt. Dadurch wird das Leben der Freundin zur Hölle, sodass diese versucht, sich das Leben zu nehmen. Luna wird bewusst, wie falsch sie gehandelt hat, denn sie merkt, dass das Netz nichts vergisst, auch wenn sie inzwischen ihr Handeln bereut. Um ihre Schuld wieder gutzumachen, engagiert sich Luna in ihrer Schule bei der Retro-Challenge: Wem es gelingt, ein Jahr lang offline zu bleiben, dem winkt ein Studienstipendium. Alle, die bei dieser Challenge mitmachen, zählen nun zu den Retros. Eine ganze Retro-Bewegung entsteht, die sich nicht nur auf den digitalen Verzicht, sondern auch auf andere Lebensbereiche, wie z. B. Kleidungsstil, Freizeitverhalten etc. bezieht. Viele der Mitmachenden finden Gefallen an dieser Retro-Bewegung. Hinter dieser Challenge steht ein großer Social-Media-Konzern: Limbo. Limbo gibt vor, mit dieser Challenge selbst dazu beizutragen, Cybermobbing zu bekämpfen. Auch Limbo trägt Schuld an dem, was Lunas Freundin Samantha durchmachen musste, da Lunas Video nicht rechtzeitig von dem Social-Media-Konzern zensiert und von der Plattform genommen wurde. Nun aber überwachen die Mitarbeitenden von Limbo mit einer Vielzahl an technischen Möglichkeiten streng, ob sich die Teilnehmenden an den Verzicht auf digitale Medien halten. Und so steigt von Woche zu Woche die Spannung, wer aus der Challenge fliegt und wer am Ende Gewinner sein wird. Denn digitaler Verzicht ist eine enorme Herausforderung für die Jugendlichen. Und dann überschlagen sich die Ereignisse an Lunas Schule und einige der Teilnehmenden, die die Challenge verlassen mussten, sind plötzlich spurlos verschwunden. Luna spürt, dass die Retros in Gefahr sind: Entspricht das, was Limbo vorgibt, mit der Challenge erreichen zu wollen, wirklich der Wahrheit? Oder geht es Limbo um viel mehr, als darum, ein paar junge Menschen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien zu führen und sie vor den Cyber-Gefahren zu schützen. Ist am Ende Limbo selbst die größte Gefahr?
Didaktische Hinweise
Der Jugendthriller nimmt sich dem Thema Cybermobbing und der dunklen Seiten von Social Media an. Auf packende Weise wird aufgezeigt, wie viel Negatives einmal gesendete Nachrichten auslösen können, wenn sie viral gehen. Es wird aber auch thematisiert, wie skrupellos Social-Media-Konzerne handeln, wenn sie auf die verantwortungsbewusste Zensur der User-Beiträge verzichten.
Das Autorenteam hat seinen Roman passend zum Titel „Retro“ in Kapitel gegliedert, die alle mit einem Retro-Songtitel überschrieben sind. Diese Songs sind Teil von Lunas spezieller „Retro-Playlist“. Entlang der Playlist erzählt Luna von den Ereignissen vor, während und nach der Retro-Challenge. Die Playlist stellt somit den roten Faden durch den Thriller dar.
Der spannungsvolle Jugendroman vermag es, die jungen Leserinnen und Leser zu fesseln und ihnen deutlich zu machen, welch schwerwiegende Auswirkungen Cybermobbing haben kann und wie wichtig es ist, keine unüberlegten Posts zu senden, die psychisch schwer verletzen können. Denn Dinge, die viral gehen, sind nicht mehr aufzuhalten und können ungeahnte Folgen haben und Menschen zerstören.
Das Autorenteam hat sich dieses großen Themas angenommen und sein Eintreten gegen Cybermobbing in einen fesselnden Thriller verpackt. Den Autoren ist es gelungen, positive Werte und Regeln für ein faires Miteinander in sozialen Medien zu vermitteln - ohne moralischen Zeigefinger. Dieses Buch sollte in der Schülerlesebücherei für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 8 angeboten werden. Als Unterrichtslektüre ist es mit fast 500 Seiten zu umfangreich.

Gattung
- Romane
- (Kinder-) Kriminalliteratur, Thriller (Horror, Gruselliteratur)
Zielgruppe
JugendlicheEignung
für die Schulbibliothek empfohlenAltersempfehlung
Jgst. 8 bis 11Fächer
- Deutsch
- Medienerziehung
FÜZ
- Medienbildung/Digitale Bildung
- Soziales Lernen
- Werteerziehung
Erscheinungsjahr
2025ISBN
9783737372749Umfang
464 SeitenMedien
- Buch