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Nelio Biedermann: Lázár

Besprechung

Nelio Biedermanns Roman mit dem Titel „Lázár" erzählt die tragische Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie über mehrere Generationen hinweg und verknüpft persönliche Schicksale mit den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der Handlung steht Lajos von Lázár, dessen Geburt bereits von einer geheimnisvollen Aura umgeben ist. Sein Vater, Baron Sándor von Lázár, begegnet dem Sohn mit einem merkwürdigen Misstrauen; auch er scheint ein unausgesprochenes Geheimnis mit sich zu tragen, das die gesamte Familie überschattet. Die Handlung entfaltet sich vor dem Hintergrund des Zerfalls des Habsburgerreichs und zeigt, wie die alte Ordnung nach und nach zerbricht. Immer wieder zwingen die geschichtlichen Ereignisse die Familie Lázár dazu, ihren Platz in einer neuen, politisch instabilen Welt zu behaupten. Als Lajos in den 1920er-Jahren sein ihm zustehendes Erbe antritt, blitzt der vergangene Glanz der Familie noch einmal kurz auf, doch die erneuten politischen Radikalisierungen und gesellschaftlichen Spannungen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg lassen die Idylle rasch bröckeln. Im weiteren Verlauf treten Lajos’ Kinder, besonders Eva und Pista, stärker in den Vordergrund. Pista, ein sensibler junger Mann, der von dunklen Symbolen umgeben ist, entwickelt sich zu einer Figur, die den Verfall, aber auch die mystische Tiefe der Familiengeschichte widerspiegelt. Es dauert jedoch nicht lange, bis auch Eva und Pista in den Strudel der Geschichte hineingezogen werden. 

 

Didaktische Hinweise

Der Roman „Lázár" eignet sich gut für den Einsatz in der Oberstufe, da hier historische, psychologische und literarische Aspekte miteinander verknüpft werden. Besonders gewinnbringend ist der Aspekt, welche Auswirkungen historische Ereignisse – hier die europäische Geschichte – auf die individuelle Biografie haben. Dieser Aspekt lässt sich auch in der ländervergleichenden Lektüre „Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck finden. Er lässt sich sehr gut gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern aus dem Text herausarbeiten und in Zusammenhang mit den Figuren des Romans bringen. Die politischen Umbrüche – der Zerfall des Habsburgerreichs, gesellschaftliche Neuordnungen und das Aufkommen totalitärer Strukturen – bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Gleichzeitig eröffnet die Darstellung einer Adelsfamilie über Generationen hinweg Möglichkeiten, über soziale Herkunft, Familienstrukturen und tradierte Rollenbilder zu sprechen. Besonders wertvoll ist der Roman auch in Hinblick auf Fragen von Identität und Herkunft: Die Figuren müssen sich immer wieder mit den Erwartungen der Tradition auseinandersetzen, während zugleich historische Kräfte und persönliche Geheimnisse ihre Lebenswege bestimmen.

Gattung

  • Romane

Eignung

begleitend zur Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 11 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte
  • Sozialkunde/Politik und Gesellschaft

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Interkulturelle Bildung
  • Politische Bildung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2025

ISBN

9783737102261

Umfang

336 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch