Christine Pernlochner-Kügler; Valerie Tiefenbacher (Illustr.): Der Club der kalten Hände
Besprechung
In diesem Kinder-Roman über den Club der kalten Hände treffen wir auf die Bandenchefin Lizzy, deren Eltern einer geheimnisvollen Beschäftigung nachgehen: Sie sind Bestatter. Lizzy will unbedingt mehr über den Beruf ihrer Eltern herausfinden, denn es kommt ihr komisch vor, dass sich ihre Eltern immer so schick anziehen, wenn sie ihre Arbeit verrichten, oder dass weinende Menschen aus dem Büro ihrer Eltern kommen. So schnappt sie sich an einem Sonntagmorgen den Schlüssel zum Firmengebäude und gelangt in einen großen Kühlraum und schaut nach, was in den großen Kisten ist und entdeckt einen alten Mann, der ganz kalt ist und nicht atmet. Ihre Entdeckung teilt sie sofort mit ihren Bandenmitgliedern Mo, Cem, Olga und Fritzi. Gemeinsam wollen sie mehr über verstorbene Menschen herausfinden und wollen wissen, was es bedeutet, sich von lieben Menschen verabschieden zu müssen. Sie lernen, was man während einer Beerdigung macht und was nicht und wie man auf unterschiedliche Weise Abschied nehmen kann. Nachdem beispielsweise der Bruder ihres Klassenkameraden Ronny stirbt, kommen sie zu dessen Trauerfeier als Superhelden verkleidet, da Finn Batman-Fan gewesen ist. So wird der Abschied für alle ein wenig tröstlicher. In einem Bandenbuch notieren sie sich ihre Erfahrungen mit dem Verlust von Menschen und dem Umgang damit und helfen sich so gegenseitig.
Didaktische Hinweise
In diesem Buch wird ein sehr sensibles Thema in einer kindgerechten Sprache aufbereitetet. Die forsche Bandenchefin Lizzy begegnet mit ihren Freunden Mo, Cem, Olga und Fritzi verschiedenen Personen, die einen lieben Menschen verloren haben. Wie die Kinder des Clubs der kalten Hände die Begegnung mit den letzten Dingen erleben, erreicht die Herzen der jungen Leserschaft, ohne diese zu überfordern. Die Umsetzung dieser Thematik wird durch die Illustrationen von Valerie Tiefenbacher unterstützt. Den Bandenmitgliedern ist es wichtig, auf eine Art Abschied zu nehmen, die dem Verstorbenen gefallen hätte. Daher gestaltet der Club unterschiedliche Zeremonien, in denen sie der Verstorbenen und der Lebenden gedenken. Daraus schöpfen die Kinder Trost und erfahren, dass man gemeinsam Traurigkeit und Trauer begegnen kann. Ihre Trauer wird dabei sensibel, aber auch durchaus humorvoll an- und ausgesprochen, was dieses Buch so wertvoll als Anknüpfungspunkt für Unterrichtsgespräche macht. Da es in diesem Kinderroman für jeden der Leserinnen und Leser Identifikationsfiguren gibt, erleichtert es den Zugang zu diesem Buch und somit kann es für Mädchen und Jungen gleichermaßen empfohlen werden. Am Ende des Buches werden im sogenannten Bandenbuch des Clubs der kalten Hände Informationen rund um das Thema Beerdigung, Bestattung und den Umgang mit Trauer dargeboten. Für den Einstieg in den Unterricht empfiehlt sich die Betrachtung des Umschlagbilds. Die Schülerinnen und Schüler können im Unterrichtsgespräch Vermutungen über die Clubmitglieder äußern. Dies kann durch das Vortragen markanter Stellen aus dem Roman unterstützt werden, was darüber hinaus das Lesen einübt. Ferner können sich die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit eine Fortsetzung dieser Geschichte ausdenken oder sich auch weitere Abenteuer des Clubs ausdenken und diese auch zeichnerisch festhalten. Die erstellten Zeichnungen bieten auch einen Gesprächsanlass für das mündliche Erzählen. Auch kann das Thema des Buches in Form von Kurz-Vorträgen erweitert werden, wobei der Anhang des Buches hilfreich sein kann. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden die Ziele 3, 4 und 17 (SDGs) angesprochen. Dieses Buch wurde von der Deutschen Akademie für Kinder und Jugendliteratur im Februar 2026 empfohlen.
Gattung
- Romane
Eignung
sehr gut als Klassenlektüre geeignetAltersempfehlung
Jgst. 3 bis 4Fächer
- Deutsch
- Ethik/Religionslehre (ev)
FÜZ
- Werteerziehung
- Soziales Lernen
- Alltagskompetenz und Lebensökonomie
Erscheinungsjahr
2025ISBN
9783551254887Umfang
95 SeitenMedien
- Buch