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Stephan Lohse: Ein fauler Gott

Besprechung

Das Buch spielt in den siebziger Jahren und ist insofern zeitgebunden, die Zeitumstände scheinen auch immer wieder durch, was vielleicht für junge Leserinnen und Leser sogar etwas schwierig ist; der Abstand ist doch groß genug, dass teilweise Irritation aufkommt. Andererseits geht es um Kummer und Verzweiflung, die zeitlich nicht gebunden sind, sondern Menschen zu allen Zeiten widerfahren können. Ruth ist alleinerziehend, als der jüngere ihrer beiden Söhne, Jonas, ganz plötzlich stirbt. Sie bleibt mit dem elfjährigen Benjamin zurück, beide können nicht fassen, was geschehen ist, aber mit grausamer Banalität geht das Leben weiter und das muss es auch. Fast scheint es für Benjamin leichter; er gewinnt einen neuen Freund, entdeckt zaghaft den Sex, fährt manchmal mit dem netten Herrn Gäbler in dessen stillgelegtem Auto, während Ruth eigentlich immer verzweifelter wird, aber schließlich doch durch Ben an ein „unmögliches Versprechen“, nämlich das Weiterleben glauben will. Trotz des traurigen Hintergrunds gelingen dem Autor auch komisch-skurrile Beschreibungen, so dass das Buch nichts Trostloses hat. Es ist sowohl aus Ruths als auch aus Bens Perspektive geschrieben, was zusätzlich für Erkenntnis und Verständnis sorgt.

Didaktische Hinweise

Anrührend und emotional geschrieben, als Buch zu einem so schweren Thema durchaus zu empfehlen. Bearbeitungsthema: Analysieren Sie die Art, wie Mutter und Sohn mit der Trauer um den jüngeren Sohn umgehen bzw. wie sie die Trauer verarbeiten.

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 10 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

Erscheinungsjahr

2018

ISBN

9783518468722

Umfang

329 Seiten

Medien

  • Buch