Ludwig Thoma: Heilige Nacht
Besprechung
Ludwig Thoma erzählt in seinem Buch „Heilige Nacht“ die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums im oberbayrischen Dialekt und vierzeilig gereimten Strophen. Die beschwerliche Wanderung „zum Rentamt“ der hochschwangeren Maria und ihrem fürsorglichen, aber armen Joseph, die anschließende vergebliche Herbergssuche in Bethlehem und die wunderbare Geburt Jesu wird dabei in das ländliche Voralpenland verlegt. Statt auf einem Esel reitend, erreicht Maria die Stadt durch die tatkräftige Unterstützung eines „Handwerksburschen“, der sie gemeinsam mit Joseph trägt, dabei aber kaum die „heilige Last“ spürt. Dieser erhascht später auch einen Blick auf Christus' Geburt im Stall und ist dabei ganz geblendet vom Strahlen und der Herrlichkeit des neugeborgenen Kindes und seiner frommen Eltern. Die besondere Atmosphäre der Heiligen Nacht wird durch die stimmigen und regionalen Landschaftsbeschreibungen und den aufs Wesentliche reduzierten Kohlezeichnungen von Wilhelm Schulz unterstrichen. Die einfache Sprache im Dialekt lässt die Szene menschlich und nahbar wirken und gleichzeitig wird deutlich, dass wahrer Reichtum und die Nähe zu Gott nicht vom Einkommen oder Besitz abhängig sind.
Didaktische Hinweise
Da der Text, besonders für Nicht-Dialektsprechende schwer zu lesen ist, empfiehlt es sich, zunächst eine Audioversion anzuhören. Einzelne Passagen können anschließend als Lesevortrag eingeübt und szenisch dargestellt werden. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler den Text in die Schriftsprache übersetzen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Mundart feststellen.
Auch die Betrachtung einzelner Illustrationen ist lohnend. Dabei können die grobe Strichführung des Kohlestiftes und der Hell-/Dunkelkontrast der Schwarz-Weiß-Zeichnungen interpretiert und nachempfunden werden. Auf großformatigem Papier fertigen die Schülerinnen und Schüler einfache Kohlezeichnungen an, hierfür eignet sich besonders die Clair-obscur Technik. Dabei verwendet man zum Beispiel ein graues Papier und zeichnet mit weißer Kreide und schwarzer Kohle darauf. Der Malgrund sollte dabei farblich immer den Mittelwert zu den Stiftfarben bilden.
Gattung
- Heimat- und Dialektliteratur
Eignung
themenspezifisch geeignetAltersempfehlung
Jgst. 4 bis 13Fächer
- Deutsch
- Ethik/Religionslehre (ev)
- Kunst
Erscheinungsjahr
2011 (1917)ISBN
9783492273459Umfang
64 SeitenMedien
- Buch