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Maja von Vogel, Doris Arend, Judith Allert, Ingrid Uebe: Die allerschönsten Weihnachtsgeschichten für Erstleser

Besprechung

„Die allerschönsten Weihnachtsgeschichten für Erstleser“ ist ein Sammelband. Er besteht aus vier voneinander unabhängigen Einheiten von vier verschiedenen Autorinnen. Die Einheiten sind jeweils für sich nochmals in wenige Kapitel oder Einzelgeschichten unterteilt und unterscheiden sich stark bezüglich Genres, Inhalt und Struktur. „Die Schneeprinzessin“ (Einheit 1) von Maja von Vogel ist eine Wintergeschichte von der Prinzessin Milla, die ihren Vater aus der Gefangenschaft der Eishexe befreit und dabei eine überraschende Entdeckung macht. Die Handlung dieser Geschichte erscheint sehr konstruiert und künstlich, sodass die Erzählung nicht überzeugt, auch wenn die Zeichnungen recht kindgerecht gewählt sind und den Inhalt gut unterstreichen. „Adventsgeschichten“ (Einheit 2) von Doris Arend beinhaltet vier Kurzgeschichten rund um die Adventszeit. Mal geht es um den Nikolaus, der dringend Hilfe braucht, weil sein Mantel von Motten zerfressen wurde, mal um Kinder, die einem Dieb, der die Schokolade aus dem Klassenadventskalender stielt, entlarven. Außerdem kann man von einem Umzug in der Vorweihnachtszeit und einem Nachmittag im Iglu lesen. Diese Kurzgeschichten sind stark bebildert und wirken in sich recht stimmig. In „Frohe Weihnachten mit dem Weihnachtshasen“ (Einheit 3) von Judith Allert ist bedauerlicherweise der Weihnachtsmann erkrankt, sodass kurzerhand der Osterhase aushilft und als Weihnachtshase mit Unterstützung der Zwillinge Emma und Moritz Weihnachten rettet. Die letzte Geschichte „Ein Tiger unterm Weihnachtsbaum“ (Einheit 4) von Ingrid Uebe handelt von Hanna, die sich nichts sehnlicher zu Weihnachten wünscht als einen echten Tiger. Am Weihnachtsabend wird es spannend. Wird sie ihren Tiger bekommen? Als aus einem Körbchen ein kleines tigerartig gemustertes Kätzchen steigt, ist Hanna überglücklich.

Alle Geschichten sind in sehr großer, serifenloser Druckschrift und Flattersatz verfasst. Die Sätze haben eine gut überschaubare Länge und die Zeilenumbrüche finden in der Regel nach Sinneinheiten statt. Insgesamt wird auf eine einfache Wortwahl wertgelegt, auch wenn es durchaus längere und auch nicht so ganz gängige Wörter gibt. Die Bilder unterstützen in aller Regel den Leseprozess, weil sie inhaltlich den Text wiedergeben. Alles in allem eignet sich dieser Sammelband sicher für Leseanfänger*innen, auch wenn vor allem die erste Geschichte eher platt und zum Beispiel „Der Schokoladendieb“ etwas altmodisch-moralisierend daherkommen.

Didaktische Hinweise

Dieser Sammelband eignet sich für sehr kurze Vorlesezeiten und auch als Schulbibliotheksbestand. Besser noch ist er geeignet, um einzelne Geschichten herauszugreifen und gemeinsam in der Klasse oder zu Hause zu lesen. Unterschiedliche Themen wie zum Beispiel Schenken und Beschenken oder Armut können mit Hilfe der Geschichten im Unterricht aufgegriffen werden. Die Erzählungen können aber auch weitergeführt oder ausfabuliert werden. Um die Lesestunde aktiver zu gestalten, könnte die Lehrkraft aus einer ausgewählten Geschichte eine Lesespurgeschichte erstellen, sodass die Schülerinnen und Schüler die Geschichte schrittweise erlesen, indem sie durch richtiges Beantworten einer Frage den nächsten Leseabschnitt im Klassenzimmer finden. Vor allem die kürzen Geschichten eignen sich wegen der vielen Bilder für die Erstellung von Bilderbuchkinos, wodurch das betonte Vorlesen gefördert werden kann.

Gattung

  • Erstlesebücher
  • Kurzprosa, Erzählungen, Textsammlungen, Tagebücher

Eignung

themenspezifisch geeignet und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 1 bis 1

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Kulturelle Bildung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2017

ISBN

9783473365289

Umfang

180 Seiten

Medien

  • Buch