Daniel Schreiber: Liebe! Ein Aufruf
Besprechung
In seinem philosophischen Essay „Liebe! Ein Aufruf“ setzt sich Daniel Schreiber mit der Frage auseinander, warum das Konzept von Zusammenhalt und Liebe für eine Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist. Zugleich geht er der Frage nach, weshalb gerade diese scheinbar selbstverständlichen Konzepte so häufig scheitern und immer weniger zu funktionieren scheinen. Stattdessen beobachtet Daniel Schreiber eine zunehmende Kultur des Hasses und der Menschenverachtung. Als Ausgangspunkt dienen ihm dabei seine eigenen autobiografischen Erfahrungen von Einsamkeit und Unsicherheit, aus denen heraus er grundsätzliche Reflexionen über moderne Liebesvorstellungen entwickelt und diese philosophisch begründet. Wie sich jedoch bei der Lektüre des Essays zeigt, handelt es sich bei der von Daniel Schreiber geforderten „Liebe“ weniger um ein individuelles, romantisches Konzept, sondern vielmehr um ein umfassendes Gefühl und eine gesellschaftliche Haltung, die auf Offenheit, Verantwortung, Fürsorge und Selbstkenntnis beruht. Den Rahmen von Schreibers Essay bildet ein Schreibworkshop, zu dem er gereist ist und bei dem ihn die Gruppendynamik fasziniert, die unter den Teilnehmenden innerhalb kürzester Zeit ein kreatives, vertrautes Miteinander entstehen lässt und einen offenen Diskurs ermöglicht. Was im Kleinen möglich ist, müsse, so Schreiber, auch im gesellschaftlichen Maßstab denkbar sein, in dem unterschiedliche Interessen und politische Ansichten aufeinandertreffen. Es sei, so Schreiber, geradezu naiv zu glauben, dass wir als Gesellschaft und als Demokratie ohne Ideen von Zusammenhalt, Gemeinwohl und innergesellschaftlicher Solidarität überleben könnten. Um seine Überlegungen zu untermauern, greift Daniel Schreiber auf zentrale Erkenntnisse von Albert Schweitzer, Hannah Arendt, Martin Luther King und Erich Fromm zurück. Sein Essay mündet schließlich in den Appell, der zunehmenden Kultur des Hasses und der Menschenverachtung Verantwortung, Humanität und Solidarität entgegenzusetzen.
Didaktische Hinweise
Daniel Schreibers Essay eignet sich sehr gut für den Einsatz in der Sekundarstufe II, vor allem im Deutsch-, Ethik- oder Philosophieunterricht. Der Text verbindet auf beeindruckende Weise literarisch-essayistisches Schreiben mit philosophischer Reflexion und eröffnet damit vielfältige Zugänge für den Unterricht. Im Deutschunterricht kann er als Vorbild für das eigene essayistische Schreiben dienen, etwa um persönliche Erfahrungen und Beobachtungen mit philosophischen Reflexionen zu verbinden. Gleichzeitig bietet der Daniel Schreibers Essay im Ethik- und Philosophieunterricht die Möglichkeit, sich vertieft mit unterschiedlichen Liebesvorstellungen auseinanderzusetzen – von den antiken Konzepten des Eros und der Philia über christliche Vorstellungen von Nächstenliebe bis hin zu modernen Reflexionen über Liebe in der Gegenwartsgesellschaft.
Gattung
- Sachbücher
Sachbuchkategorie
- Philosophie, Religion, Menschsein
- Politik, Gesellschaft
Eignung
themenspezifisch geeignetAltersempfehlung
Jgst. 10 bis 13Fächer
- Deutsch
- Ethik/Religionslehre (ev)
- Philosophie
- Sozialkunde/Politik und Gesellschaft
FÜZ
- Alltagskompetenz und Lebensökonomie
- Kulturelle Bildung
- Politische Bildung
- Soziales Lernen
- Werteerziehung
Erscheinungsjahr
2025ISBN
9783446285934Umfang
160 SeitenMedien
- Buch