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Natalie Lloyd: Die unzertrennlichen 7

Besprechung

Die Problemskis sind – der Nachname lässt es bereits vermuten – keine ganz gewöhnliche Familie. Sieben Kinder, alle an verschiedenen Wochentagen geboren und dadurch mit unterschiedlichen Eigenschaften und Stärken ausgestattet: Während zum Beispiel Mona, das Montagskind „mit Schönheit reizt”, ist Micky, das Mittwochskin „klug für zehn”. Die Eltern der sieben Geschwister sind Archäologen und, so erfährt man im Verlauf der Geschichte, für den König von Andorra in wichtiger Mission unterwegs. Die Handlung kommt dadurch in Gang, dass das Haus der Familie – im spukig-schlammigen Moddermoor (nur eine sehr mutige Familie kann hier leben!) gelegen – mit einem lauten Kawumms in sich zusammenfällt wie ein Kartenhaus. Und so machen sich die sieben auf nach Bad Trostlos, wo einst ihr Großvater lebte und wo noch dessen Haus steht, das ihnen Unterschlupf bieten kann. Dort allerdings ist gerade Desdemora O'Pinion (ganz wichtige Leute, die Familie O'Pinion, es versteht sich!) dabei, das Haus zu ersteigern. Doch die Ankunft der sieben Problemskis macht ihr einen Strich durch die Rechnung und das sehr zu ihrem Ärger, hat sie doch ganz besondere Pläne für das Haus ... Sie sorgt dafür, dass der Bürgermeister den Kindern 21 Tage gibt, ihre Identität und damit die Rechtmäßigkeit der Erbschaft nachzuweisen. Desdemora setzt nun alles daran, die sieben auseinanderzubringen: sieben Kinder, siebe Kontinente – so lautet ihr Plan. Die Kinder hingegen sind fröhlich, mutig, lebensfroh, freuen sich auf gute Nachbarschaft und neue Freunde. Ob das aber so einfach geht, wenn Kürbisse mit Katapulten zu Geschossen werden oder den Nachbarn z. B. mit Zirkusspinnen versehene, totenkopfförmige Kekse angeboten werden? Es entspinnt sich eine fröhlich-komische Abenteuer-Fantasy-Geschichte, in der die sieben zu verstehen beginnen, dass der Geburstagsreim der sieben eine besondere Bedeutung zu haben scheint: „Der Schatz so lang verloren scheint, bis dass die Sieben neu vereint.”

Didaktische Hinweise

Der Roman ist unterhaltsam, witzig, fantastisch-komisch (ein Geschwisterkind hat 365 Pupse auf Lager!) und überrascht immer wieder. Einmal eingetaucht, macht es Spaß, weiterzulesen und die sieben besser kennenzulernen, mit ihnen mitzufiebern, wie sie sich nicht von der fiesen Desdemora überlisten lassen und mit viel Charme und Herz die Kinder und Bewohner in Bad Trostlos für sich gewinnen. Etwas unbefriedigend: Das Buch endet ein wenig abrupt: Überraschend kehrt – in allerletzter Minute – der Vater der Kinder zurück, sodass die Problemskis im Haus bleiben können. Vieles andere (wo ist die Mutter, was ist die Fehde, die der Großvater mit dem alten O'Pinion hatte, was hat es mit dem Schatz auf sich ...) bleibt offen und wird wohl im zweiten Teil (Erscheinungsdatum Herbst 2020) fortgesetzt.

Dennoch: Ein Buch, das ein wenig an Pippi Langstrumpf erinnert: sieben Kinder in einer „viktorianischen Bude”, die Eltern als Abenteurer unterwegs, die Kinder: mutig, stark, anders, das Herz am rechten Fleck. Freundschaft, Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung, Mut (zum Anderssein) – das alles macht die sieben aus und macht sie zu sympathischen Charakteren, die an der ein oder andere Stelle klüger sind als die Erwachsenen. Als Micky und Dora Geburtstag feiern und alle Bewohner des Örtchens eingeladen sind, überraschen sie mit der Problemski-Geburstagstradition, dem Tortentauchen, bei dem Happy Birthday gesungen, das Gesicht in eine Torte getaucht wird und sich alle etwas wünschen. Eine Mutter ist sichtlich irritiert, warum sich alle etwas wünschen sollen, wenn doch Micky und Dora die Geburtstagskinder sind, doch Dora kontert nur: „Wir finden, Wünsche sind für alle da, die mutig genug sind, daran zu glauben, dass sie in Erfüllung gehen.”

Das Buch bietet zahlreiche Leerstellen (natürlich auch durch den offenen Schluss), die gefüllt werden können, und macht Lust, die Figuren, deren Umfeld und das ein oder andere sonderbare Haustier in Bildern darzustellen. Außerdem eignet es sich bestens zum Vorlesen! Sicherlich für Vielleserinnen und Vielleser bereits in der 3. Klasse geeignet (Verlagsempfehlung ab 9 Jahren), mit fast 270 Seiten aber doch umfangreich, daher eher für die Jahrgangsstufen 4 und 5 zu empfehlen.

Gattung

  • Fantasy
  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet und zum Vorlesen

Altersempfehlung

Jgst. 3 bis 5

Fächer

  • Deutsch
  • Kunst (Fachzeichnen)

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783446266179

Umfang

268 Seiten

Medien

  • Buch