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T. C. Boyle: Drop City

Besprechung

Der Traum vom freien Leben und Lieben im Einklang mit der Natur ist schon im warmen Kalifornien schwer zu verwirklichen. Die alten Strukturen wie Besitzanspruch, Sorge um Nachwuchs, Mahlzeiten und Unterkunft lassen sich nicht einfach negieren. Dies erfahren die Mitglieder einer Kommune von Hippies Anfang der 70er-Jahre. Zwielichtige Gestalten hängen sich an die Kommunarden an, und der Konsum von Drogen und andere Unregelmäßigkeiten führen dazu, dass das Gelände, das die Hippies bewohnen, geräumt wird. Gerade noch fliehen die Kommunarden in einem ausrangierten Bus, den sie mit Drogen- und Essensvorräten vollgepackt haben, nach Alaska, wo ihr Anführer eine Hütte geerbt hat. Die dort ansässigen Trapper leben ihrerseits zwar in enger Verbundenheit mit der Natur, von Ursprünglichkeit aber haben sie sich schon weit entfernt. Alkohol spielt eine große Rolle, und die Idee einer jungen Frau aus der Stadt, eine Kontaktanzeige aufzugeben, um einen Mann zu finden, mit dem sie in den Wäldern leben kann, ist auch eher die einer Aussteigerin. Die Hippies treffen nun auf die Trapper und stehen ihnen etwas misstrauisch gegenüber. Nur die junge Städterin und der ideale Partner, den sie tatsächlich gefunden hat, und mit dem sie in einer kleinen Hütte am Fluss lebt, freunden sich mit den Neuankömmlingen an. Diese lernen, dass es nicht mehr um bedingungslose Freiheit von den Zwängen der Zivilisation geht, sondern darum, der Natur und dem erbarmungslosen Klima Nahrung und Überlebensmöglichkeiten abzutrotzen. Der Autor schreibt so packend, dass man sich völlig mit der Geschichte identifiziert – ein Leseerlebnis, das an Robinson oder Lederstrumpf erinnert.

Didaktische Hinweise

 

 

Alle hier rezensierten Werke von T. C. Boyle

Gattung

  • Romane

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 10 bis 13

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2003

ISBN

9783446203486

Umfang

525 Seiten

Medien

  • Buch