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Petra Fietzek; Marine Ludin (Illustr.): Das Lachen wohnt im Bauch

Besprechung

Seit dem Unfalltod ihrer Eltern wohnt Meret bei Frau Hafelbein in einem Baumhaus über einem Wasserfall. Bei Frau Hafelbein, die Meret liebevoll „Mamili“ nennt, ist Meret glücklich, denn sie scheint genau zu wissen, was Meret in der Phase des Verlustes zu brauchen scheint. Eines Tages findet Frau Hafelbein, dass es für Meret Zeit wäre, eine Freundin zu finden. So macht sich Meret auf die Suche und schreibt eine Namensliste mit den Klassenkameradinnen und -kameraden, die in Frage kommen würden. Schnell aber zeigt sich, dass kein Kind passend erscheint, Merets Freundin zu werden. Nach und nach werden alle Namen von der Liste gestrichen, bis sie Annabell, ein ängstliches und oft trauriges Mädchen, eher durch einen Zufall näher kennenlernt. Auch wenn die beiden auf den ersten Blick sehr unterschiedlich zu sein scheinen, merken beide, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben und dass sie einander verstehen und auch verstehen wollen. Auch Annabell hat ihre Mutter verloren und Meret kann nachempfinden, warum Annabell noch öfter weinen muss. Beide finden sich im anderen wieder, ohne viel erklären zu müssen und stehen auch in traurigen Momenten zum Beispiel am Grab der Eltern ohne Worte zusammen. Die Autorin Petra Fietzek erzählt diese besondere Freundschaftsgeschichte warmherzige, frech und unaufgeregt. Berührend und einfühlsam beschreibt sie auf kindgerechte Weise Merets Gedanken und Zweifel bei der Suche nach einer Freundin, die sicher viele Kinder im Grundschulalter nachempfinden können. Eine Freundin zu finden ist nicht leicht und bedarf sehr viel mehr als das Abstreichen von Listen. Es sind eher ein tiefes Gefühl des Verbundenseins und gemeinsame Erlebnisse, die eine Freundschaft ausmachen, so die Quintessenz dieses Buches. Die Illustrationen sind von Marine Ludin und fügen sich durch den naiven, kindlichen aber auch farbenfrohen Stil harmonisch in die Erzählung ein.

Didaktische Hinweise

Insgesamt handelt es sich bei diesem Buch um eine berührende Freundschaftsgeschichte, die thematisch und auf Grund der beiden Protagonistinnen vor allem Mädchen ansprechen dürfte. Durch das große, klare Schriftbild und das überwiegend elementare und unverblümte Wortmaterial eignet sich diese Geschichte insbesondere für fortgeschrittene Leseanfänger zur Selbstlektüre zum Beispiel im Rahmen einer differenzierten Klassenlektüre in der 2. bis 3. Jahrgangsstufe an. Aufgaben für ein Leseportfolio sollten sich neben inhaltlichen Themenbereichen vor allem der Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin widmen. Handlungs- und produktionsorientierte Methoden bieten hier einen großen Ideenfundus. So können die Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Szenen einen Tagebucheintrag aus Merets Sicht schreiben, ein Interview mit Meret führen, eine eigene Freundschaftsgeschichte verfassen, ein Akrostichon mit den Namen der Protagonistinnen gestalten oder das Titelbild und einzelne Bilder im Buch mit Gedanken- und Sprechblasen erweitern.

Auch in der Schülerbücherei sollte dieses Buch nicht fehlen.

Gattung

  • Bücher für Mädchen
  • Romane

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Jahrgangsstufen

2 bis 3

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Familien- und Sexualerziehung
  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2016

ISBN

9783954701483

Umfang

62 Seiten

Medien

  • Buch