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Josef Ebner: Martins Frühling. Als der Krieg zu Ende ging

Besprechung

„Martins Frühling“ beschreibt die letzten Wochen des Krieges in München aus drei Perspektiven. Martin ist zehn Jahre alt und bleibt mit seiner Mutter Christa - sein Vater ist in Russland vermisst - trotz der täglichen Bombenangriffe, des Hungers und der Verzweiflung in der Innenstadt, obwohl Christa eine Tante in Niederbayern hat, die beide aufnehmen würde. Aber Christa wagt sich noch nicht weg, zum einen ist sie dienstverpflichtet, zum anderen hat sie einen Liebhaber, einen französischen Kriegsgefangenen. Mit dieser Beziehung setzt sie ihr Leben und das ihres Geliebten aufs Spiel. Christas und Martins Erlebnisse werden von einem personalen Erzähler beschrieben, dazwischen finden sich die ergreifenden Briefe des etwa achtzehnjährigen Peter an seine toten Eltern. Vater und Mutter wurden von den Nationalsozialisten umgebracht, und Peter will den Tod seiner Eltern rächen, indem er einen der zum Bombenentschärfen eingesetzten KZ-Häftlinge befreien will. Er selbst ist ohnedies täglich von der Erschießung bedroht, hat er sich doch bei keiner Dienststelle gemeldet. Stattdessen baut er sich einen Unterschlupf an der Isar und lebt von kostenlosen Essensausgaben und Plünderungen. Peter freundet sich mit Martin und seinem etwa zwölfjährigen Kameraden Horsti an. Auch die beiden Jüngeren gehören keiner NS-Organisation an. Horsti, weil er seinen todkranken Vater pflegen muss, die Mutter ist bereits verstorben; Martin, weil er für die Hitlerjugend noch zu jung ist und Christa alles versucht, um ihn von den Nationalsozialisten fernzuhalten. Sie selbst hat sich von der anfänglichen Begeisterung für das verbrecherische Regime im Laufe der Jahre schon weit entfernt, ganz im Gegensatz zu ihrem Vater und ihrer Schwester, welche die einquartierten drei Frauen kurzerhand bei der Gestapo diffamieren, um ihre große Wohnung wieder für sich zu haben. Martins Erlebnisse sind traumatisierend. Mit seiner Mutter wird er ausgebombt, und er begreift schließlich, dass Christa ein Verhältnis mit Yves hat, ohne dass er sich darunter Genaueres vorstellen kann. Aber diese Erkenntnis schockiert ihn und deshalb macht er sich heimlich mit Horsti, dessen Vater inzwischen verstorben ist, auf den Weg nach Niederbayern zu seiner Tante. Auf dem Land wird Horsti von einem angreifenden Tiefflieger erschossen.

Didaktische Hinweise

Josef Ebner beschreibt vor allem den täglichen Überlebenskampf in dem ständig bombardierten München anschaulich und beeindruckend. Der Hunger, die Kälte, die beschwerlichen und lebensgefährlichen alltäglichen Verrichtungen werden lebendig und einprägsam dargestellt. Peters Schicksal ist besonders ergreifend, und auch Martins Erlebnissen folgt man mitfühlend und beeindruckt. Eine Lektüre des gesamten Romans ist im Geschichtsunterricht wohl nicht möglich, aber einzelne Kapitel könnten den Schülerinnen und Schülern ein sehr plastisches und eindrucksvolles Bild von den letzten Kriegstagen in München vermitteln.

Gattung

  • Romane

Eignung

in Auszügen geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 9 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte

FÜZ

  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2015

ISBN

9783869067049

Umfang

224 Seiten

Medien

  • Buch