mobile Navigation Icon

Peter Sis: Der Pilot und der kleine Prinz

Besprechung

Antoine de Saint-Exupéry, der „Vater“ des „Kleinen Prinzen“, passt zu Peter Sis. Nicht nur lebt auch Sis, der aus dem tschechischen Brünn stammt, in New York, wo auch Saint-Exupéry gestrandet war. Nicht nur ist auch die Phantasie Saint-Exupérys neben seiner technischen Exaktheit überbordernd wie auch die von Sis. Dieser Illustrator und Autor ist bekannt für seine surrealen, poetischen Bilderbuch, mit denen er sich aber immer auch Sachthemen widmet – so etwa den Biographien von Galileo Galilei, Christoph Columbus oder Charles Darwin. Und schließlich treibt Saint-Exupéry wie auch Sis der Wille nach Freiheit, das dokumentieren nicht zuletzt die politisch engagierten Bücher wie "Die Mauer. Wie es war, hinter dem Eisernen Vorhang aufzuwachsen„, “Die Konferenz der Vögel„ oder “Der Träumer" nach Pam Muñoz Ryan. Sis' Biographie über Saint-Exupéry zeigt in unzähligen kleinen Vignetten Details aus dem Leben des großen Fliegers, aber auch zweiseitige Tableaus über das frühe Interesse des kleinen Antoine am Fliegen, seine Ausbildung zum Piloten, seine Flucht aus dem besetzten Frankreich, seine Begegnung mit der Wüste, in der er fast gestorben wäre, seinen Riesenerfolg mit dem „Kleinen Prinzen“, dessen Anfänge wohl gerade in dieser Wüste zu finden sind, und schließlich seinen ungeklärten Tod bei einem Erkundungsflug über Frankreich. Dieses Leben wird in groben Zügen im Fließtext erzählt, ergänzt durch viele zusätzlichen Informationen, die in die Bilder eingefügt sind. Dabei wird die Schrift ein Teil des Bildes, das zwar den Tatsachen entspricht, aber immer auch kindliche Phantasien aufgreift – sei es, weil sich die überflogenenen Kontinente zuzwinkern, sei es, weil Sis verrückte Erfindungen mit Bildern aus der Kinowelt kombiniert, sei es, weil die Geographie der Berge wie riesige Körper wirkt. Sis verwendet dazu feine Zeichnungen, die wie Radierungen wirken, sowie Aquarelle und einzelne Collagenelemente. Immer wieder werden bekannte Fotos oder Illustrationen zitiert – allen voraus die zu dem Kinderbuch „Der kleine Prinz“. Sis, der 2012 den Hans-Christian-Andersen-Preis für sein Lebenswerk erhalten hat, gelingt mit seiner Biographie eine Herangehensweise an Saint-Exupéry, die nicht bei den Fakten stehenbleibt, sondern den berühmten Flieger als Partner und Vorbild feiert. Das Buch wurde nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 in der Sparte Sachbücher und für „Die besten 7 Bücher für junge Leser“ (Januar 2015).

Didaktische Hinweise

„Der kleine Prinz“ wird nicht nur seit Jahrzehnten im Französisch-Unterricht gelesen, sondern bietet durch seine Cross-Reading-Leseweise auch einen Fundus für den Religions- und Ethik-Unterricht. Saint-Exupéry ist demnach für den schulischen Kontext kein Unbekannter. Die vorliegende Annäherung an sein Leben ist sicher nicht als gemeinsame Klassenlektüre zu lesen, dafür ist das Buch zu teuer und zu schwierig für eine bestimmte Altersstufe einzuordnen, aber als wertvolle Bereicherung für eine Individuallektüre, gerade auch in Kombination mit dem Kunstunterricht, ist es unbedingt zu empfehlen.

Gattung

  • Bilderbücher
  • Sachbücher

Sachbuchkategorie

  • Biografien, Autobiografien, Porträts

Eignung

in Auszügen geeignet

Jahrgangsstufen

3 bis 6

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Französisch
  • Kunst (Fachzeichnen)

Erscheinungsjahr

2014

ISBN

9783848900039

Umfang

48 Seiten

Medien

  • Buch