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Truus Matti: Apfelsinen für Mister Orange

Besprechung

Prolog und Epilog der Geschichte spielen im März 1945 und Linus, der glücklich ist, weil er endlich Schuhe in passender Größe trägt, entdeckt eine Ausstellung im MoMa, traut sich aber nun gerade wegen seiner abgetretenen Schuhe nicht hinein, bis ihn ein Freund des ausgestellten Malers erkennt und mitnimmt. Im September 1943, die Soldaten marschieren die Fifth Avenue hinunter, um in den Krieg zu ziehen, bekommt er die viel zu großen Schuhe seines älteren Bruders und der wieder die von Apke, dem ältesten, der sich freiwillig für den Kriegsdienst gemeldet hat. Seine Mutter weigert sich die Fahne mit dem blauen Stern ins Fenster zu hängen als Zeichen, dass ein Mitglied der Familie im Krieg ist. Linus übernimmt auch die Aufgabe des Obstlieferns nach der Schule von seinem Bruder. Ein neuer Kunde ist dabei, dessen Namen er sich nicht merken kann und den er wegen der Kiste Apfelsinen, die er ihm regelmäßig liefern muss, Mister Orange nennt - einigermaßen absurd, weil er ein vor kurzem eingewanderter europäischer Maler ist, der nur mit Primärfarben experimentiert, wozu er Boogie-Musik hört. Linus, der mit offenen Augen durch die Welt geht und schlaue Fragen stellt, ist fasziniert von dem Atelier mit den weißen Wänden mit den bunten Leinwandstücken und dem alten Mann selbst. Bis der ihm erklären will, dass die Phantasie stärker ist als Gewalt und Krieg. Linus weiß, dass man im Krieg fallen kann und dass sein Bruder in Italien kämpft. Linus liebt diesen Bruder und seine Comic-Zeichnungen, die am Vorbild des Superman orientiert sind. Jetzt glaubt er nicht mehr an Superman und die Phantasie. Schließlich überzeugt der Maler ihn, dass Hitler Angst vor der Phantasie hat, weil sie so stark und auch der Sieg eine verwirklichte Vorstellung ist, an die man nur glauben muss, im Zeichen des „V for victory“. Linus freut sich, weil sein Bruder krank geworden ist und nach Hause kommt, aber er kann es dem Maler nicht mehr erzählen, denn bei der nächsten Lieferung trifft er ihn nicht mehr an, er ist im Krankenhaus gestorben. Linus ist ein Stück erwachsener geworden, hat Farben sehen und sich zu Musik bewegen gelernt. Dass sein Bruder kaum genesen wieder in den Krieg gezogen ist, kann ihm seine Hoffnung nicht nehmen.

Didaktische Hinweise

Dem Roman, in dem der Name des Malers nicht genannt wird, sind kurze Informationstexte über Piet Mondrian, den Boogie Woogie, das letzte unvollendete Gemälde Victory Boogie Woogies und die Comic-Helden der Kriegsjahre angehängt. Daran lässt sich anknüpfen, auch mit eigenen Experimenten im Kunstunterricht. Die Erzählform in 28 kurzen Kapiteln mit eingeschobenen kursiv gedruckten Träumen und Phantasien von Linus kommt den jungen Lesern entgegen. Das Motiv des Vermächtnisses eines alten Mannes für einen Knaben erinnert an E.-E.Schmitts „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“.

Gattung

  • Romane

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 6 bis 8

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Kunst (Fachzeichnen)
  • Zusätzliche Fächer (Fachunterricht)

Erscheinungsjahr

2013

ISBN

9783836954570

Umfang

173 Seiten

Medien

  • Buch