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Ralph Hammerthaler: Der Sturz des Friedrich Voss

Besprechung

Friedrich Voss hat sich umgebracht, nachdem man ihm seinen Posten als Direktor eines Krankenhauses weggenommen hat und sich die Feindseligkeiten gegen ihn gehäuft haben. Tatsächlich stellt er sich im Rückblick aus der Perspektive verschiedener Figuren (aus der Familie, aus dem Krankenhaus, aus dem Freundeskreis) als schillernde Figur dar: willensstark, selbstherrlich, arrogant und manipulativ, verantwortungsbewusst und einsatzfreudig, von der DDR überzeugt, aber nicht blind ihren Schwächen gegenüber, egozentrisch, cholerisch und begabt, mit Kontakten zu den SED-Oberen und vielleicht auch zur Stasi. Wie wichtig ihm seine Position war, wie sie seine ganze Existenz ausmachte, wird erst nach seinem Sturz deutlich: Fassungs- und schutzlos erscheint er nur noch als Opfer, völlig ohne Verständnis für das, was geschieht. Vom Sujet her sind Anklänge an Uwe Tellkamps„Der Turm“ (2008) festzustellen, auch hier ein Roman über eine Arztfamilie, über die DDR, über die Wende.

Didaktische Hinweise

Das Buch liest sich gut und verbindet die Schicksale seiner Figuren mit der Zeitgeschichte. Als Leseangebot oder Thema für Referate/schriftliche Hausarbeiten ist es jedoch wegen einiger sexuell deutlicher Beschreibungen nur für Schüler*innen der Oberstufe geeignet. Auszugsweise für die literarische Textanalyse geeignet, so z. B.: - Analysieren Sie das Verhalten der beteiligten Personen bei Hermanns Aufbegehren in der Schule. (S. 86 ff.)- Vergleichen Sie die Darstellungen von Voss und Wald über Voss' Beteiligung an der Habilitation. Welche Sichtweise erscheint Ihnen überzeugender? (S. 73-75 und 100-108)

Gattung

  • Romane

Eignung

in Auszügen geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 12 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte

FÜZ

  • Kulturelle Bildung
  • Politische Bildung

Erscheinungsjahr

2010

ISBN

9783832195403

Umfang

238 Seiten

Medien

  • Buch