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Benjamin Tienti: Salon Salami – Einer ist immer besonders

Besprechung

Tienti beginnt furious. Seine Protagonistin und Ich-Erzählerin Hani (12) versucht, mit dem Küchenmesser eine Bank zu überfallen, was kläglich scheitert. Sie lernt dadurch Mira kennen, eine Sozialpädagogin vom Jugendamt. Das Motiv des Überfalls wird dem Leser erst später klar: Hani möchte ihre Mutter im Gefängnis besuchen.
Sie vermisst ihre Mutter sehr, kümmert sich, seit deren Verschwinden, um ihren kleinen Bruder Moma (6), den Haushalt und hilft ihrem Vater tagsüber im Firseursalon. Mira will Hani helfen und die Beiden freunden sich an, doch Onkel Ibo hat etwas gegen die Frau vom Jugendamt. Er möchte bei seinen widrigen Machenschaften nicht gestört werden. 
Familie Salmani ist speziell: die Mutter – unschuldig im Gefängnis, der Vater – geselliger Friseur, aber ohne Geschäftssinn, Moma – verhaltensoriginelles Kindergartenkind und schließlich Onkel Ibo, dem der Friseurladen gehört und der diesen als Umschlagsplatz für seine Drogengeschäfte nutzt.
Hani und ihr kleiner Bruder leben zunächst in dem Glauben, dass ihre plötzlich verschwundene Mutter auf einer Arbeitsreise ist. Als der ungeliebte Nachbar einen falsch eingeworfenen Brief Hani übergibt, erfährst sie, dass ihre Mutter in Wahrheit inhaftiert ist. Hani schüttet ihren Kummer bei Mira aus, woraufhin diese einen Besuchstermin bei Hannis Mutter arrangiert. Onkel Ibo verhindert aber das Treffen, indem er Hani einsperrt. So besucht Mira also alleine Hanis Mutter und erfährt den wahren Grund für den Gefängnisaufenthalt.
Das Finale bietet nochmals ordentlich Durcheinander, endet aber damit, dass Onkel Ibo seinen Laden – nicht ganz unfreiwillig – seinem Bruder schenkt und Hani endlich ihre Mutter im Gefängnis besucht.

Didaktische Hinweise

Die Schilderungen der Familie Salmani wirken authentisch, was nicht zuletzt auf den beruflichen Erfahrungen des Autors als Erzieher und Sozialpädagoge mit schwierigen Familiensituationen beruhen mag. Dabei urteilt er nicht über die sozialen Missständen, vielmehr wirft Tienti einen liebevollen Blick auf die Menschen in deren besonderen Lebenssituation. 
Ein Buch, das an die Lebenswirklichkeit bildungsferner Familien anknüpft. Es dürfte auch Schülerinnen und Schüler motivieren, die sonst nicht so gerne lesen. Die einfache und flüssige Sprache lässt sich bereits von Grundschulkindern lesen. Thematisch erst ab 10 Jahren zu empfehlen und bis zur 7. Klasse einsetzbar. Tienti erhielt mit „Salon Salami“ 2018 den Jugendliteraturpreis.

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet und zum Vorlesen

Jahrgangsstufen

5 bis 7

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Werteerziehung
  • Interkulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2017

ISBN

9783791500478

Umfang

158 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book