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Barbara Robinson: Vorsicht, die Herdmanns schon wieder

Besprechung

Nach „Hilfe, die Herdmanns kommen“ und „Achtung, die Herdmanns sind zurück“, Büchern, die inzwischen längst Kultstatus erlangt haben, ist nun endlich auch der dritte Band „Vorsicht, die Herdmanns schon wieder“ in deutscher Sprache erschienen. Unverdrossen treiben die sechs Herdmann-Kinder ihr Unwesen an der Woodrow-Wilson-School und in ihrem näheren Umfeld und bringen damit nicht nur die Lehrkräfte an den Rande des Wahnsinns, auch ihre Mitschüler*innen lehren sie das Fürchten. Ob der glatte Babykopf von Leonies Brüderchen Noah mit Edding tätowiert wird, die Stadtdirektorin dank Zutun der Herdmanns zwei Frösche aus dem Trinkwasserbrunnen verschluckt oder die Katze in der Waschmaschine landet - vor der unerschrockenen Sechserbande ist nichts und niemand sicher. Deshalb haben sie auch überall Hausverbot: in der Drogerie, im Kino, im Supermarkt, im Schnellrestaurant, an der Tankstelle, im Postamt, im Rathaus. Nur in der Schule werden sie notgedrungen geduldet. Im vorliegenden Band steht die Ich-Erzählerin zu Beginn des Schuljahres vor der Jahresaufgabe, sich „Komplimente für eine Klassenkameradin“ zu überlegen. Das erscheint als nahezu unlösbares Unterfangen, als es sich ausgerechnet um Eugenia Herdmann handelt, für die sie Nettigkeiten ersinnen muss. Nach einem Jahr jugendlicher Anarchie vermag Lisa, die Erzählerin, dennoch Eugenia einige gute Eigenschaften zuzuweisen: Ihr Einfallsreichtum, was Streiche angeht, wird ihr als Genialität ausgelegt und damit kann die derart Gelobte gut leben. So findet der letzte Teil der Trilogie ein versöhnliches Ende und alle Seiten werden in Frieden entlassen: Lisa als Zuschauerin und Kommentatorin des Herdmann-Clans, Eugenia Herdmann als Grenzgängerin und auch der junge Leser selbst, der das Grauen angesichts der Tollheiten der Outsider genießen darf und es ihnen zugleich im selben Moment in seiner Phantasie gleichtun möchte.

Didaktische Hinweise

Im Unterricht lassen sich zur Freude der Schüler und Schülerinnen Episoden aus dem Band vorlesen und die Kinder dürfen nach Herzenslust die Geschichten weiterspinnen. Möglich wäre auch, die verschiedenen Situationen bildnerisch umsetzen zu lassen. Der pädagogische Zeigefinger ist in jedem Fall unbedingt zu vermeiden, zumal durch das Probehandeln in der Fantasie manch reale Entgleisung gewiss vermieden wird.

Gattung

  • Romane

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 3 bis 5

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Kunst (Fachzeichnen)

FÜZ

  • Kulturelle Bildung
  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2010

ISBN

9783789146176

Umfang

139 Seiten

Medien

  • Buch