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Kristin Höller: Schöner als überall

Besprechung

Kirstin Höller erzählt in ihrem Debütroman eine Dreiecksgeschichte. Im Mittelpunkt steht der Erzähler, Martin. Er steht genau zwischen seiner großen Liebe, Maria, und seinem besten Freund, Noah. Martin ist in allem ein durchschnittlicher Typ; von ihm selbst geht keine große Initiative aus. Vielleicht auch deshalb hängt er sich an starke Persönlichkeiten, von denen er aber innerlich abhängig ist. Der bürgerliche Martin, der alles für den neureichen Noah machen würde und sich seinen Launen unterwirft, hört aber auch auf Maria, die aus der Unterschicht kommt und das Establishment aus ganzen Herzen verachtet. Seit Martins Entschluss, mit Noah zum Studium nach München zu ziehen, herrscht Funkstille in dieser großen Liebe zur rebellischen Maria. Der Roman setzt in dem Moment ein, als Noah und Martin wie zwei Flüchtende aus München völlig überraschend wieder in ihrem Heimatort auftauchen. Im Gepäck: der abgebrochene Speer einer antiken Statue auf dem Münchener Königsplatz; Ausdruck von Noahs sorgenloser Überheblichkeit in einer Partynacht.

Im Verlauf des erneuten Zusammentreffens Martins mit den Personen seiner Heimat, allen voran Maria, lernt er am Ende am meisten über sich selbst. Der Entwicklungsroman erzählt genau das: Martin muss akzeptieren, dass Maria keine „Mugo“ (Mutter Gottes, so wird sie genannt) ist: „Ich bin auch nicht die Person, für die du mich hältst.“ Sie seziert ihm gnadenlos seinen Ist-Zustand, muss aber selbst verstehen, dass sie die Wahrheit, nicht nur Noah gegenüber, nicht gepachtet hat. Martin lernt, dass Noah zwar einerseits ein gnadenloser Egoist, aber andererseits doch auf seine Art ein echter Freund ist.

Am Ende kann Martin sich auf Augenhöhe von Noah verabschieden: Er wird alleine nach München zurückkehren und sein Leben dort führen: „Ich hab mich jetzt selber.“

Didaktische Hinweise

Der Roman bietet sich hervorragend als Beispiel für einen modernen Roman mit mehreren Anti-Helden an. Drei Charakterisierungen können erstellt werden: Martin, Maria, Noah. Interessant dabei ist, dass sich alle im Laufe der Handlung entwickeln; Martin am stärksten. Das Genre „Entwicklungsroman“ kann also mit diesem Buch behandelt werden.

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Jahrgangsstufen

10 bis 13

Fächer

  • Deutsch

FÜZ

  • Kulturelle Bildung
  • Sprachliche Bildung
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2019

ISBN

9783518469958

Umfang

217 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book