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Kathrin Klingebiel; Eva Lunzer: Anna, Peter und Lund, der Lese-Rechtschreib-Hund

Besprechung

Anna und Peter sind zwei achtjährige Kinder, die Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben haben. Anna hilft sich damit, dass sie die zu lesenden Texte auswendig lernt, doch beim Schreiben wirkt diese Strategie nicht. Peter erliest sich mühsam Buchstabe für Buchstabe; dabei gerät er unter Druck und wird wütend. Beide müssen viel und lange üben und haben keinen Spaß an der Schule, trotz geduldiger und netter Lehrerinnen. In den Ferien sitzen sie gemeinsam bei ihren Lese-Rechtschreib-„Spielen“, als plötzliche ein kleiner blauer Hund auftaucht. Er stellt sich vor als Zauberhund Lund. Er will den beiden Kindern bei ihrem Lese- und Rechtschreibproblem helfen. Zunächst erklärt er ihnen, dass eine Psychologin bei einem Test herausfinden kann, wo genau die Schwierigkeiten stecken. Anna und Peter sind erst wenig begeistert, doch weil der Hund auch allerlei Unfug anstellt und sie ihn lustig finden, erklären sie sich bereit. In Begleitung der Eltern werden sie getrennt getestet. Die Psychologin Lisa erklärt ihnen dann, was Legasthenie bedeutet und dass Menschen mit dieser speziellen Schwäche nicht dumm sind. Sie nennt eine Reihe berühmter Leute, die auch Legastheniker waren, unter anderem Einstein. Legasthenie sei zwar nicht heilbar, doch mit Hilfe ausgebildeter Therapeuten und einem speziellen, persönlichen Übungsplan könnten die Kinder ihr Problem in den Griff bekommen. Die Lehrerinnen der Kinder sprechen mit den Mitschülern, damit diese wissen, warum Anna und Peter viel langsamer im Lesen und Schreiben sind. Auch zu den Therapiestunden bei Barbara begleitet die Kinder der Hund Lund mit seinen Späßen. Im nächsten Schuljahr haben Anna und Peter zwar immer noch ihre Schwierigkeiten, aber sie können nun besser damit umgehen. Am Ende bekommt Lunds Hundefreundin Jula Nachwuchs und bringt ihnen bei, was junge Lese-Rechtschreib-Hunde wissen müssen. Die Geschichte ist in einer sachlichen Sprache abgefasst. Die Funktion des Hundes ist zum einen die der Auflockerung, zum anderen stellt er die Verbindung her zwischen den Kindern und den erwachsenen Betreuern. Auch beleuchtet er die Gefühle der Kinder in der Schule und beim Üben, ermuntert sie und gibt ihnen Trost. Die Intention des Textes liegt in der Aufklärung über Legasthenie, im Aufzeigen der Auswirkungen, die sie für die betroffenen Kinder, Eltern und Lehrkräfte hat, und im Beschreiben der Unterstützungsmöglichkeiten. Die in das Buch integrierte Kinder- und Hundegeschichte sowie die einfache und klare Sprache der Autorin machen den Text auch für Kinder (vor)lesbar. Illustriert ist das Buch mit pastellig gezeichneten Bildern und zahlreichen, aus Schmuckpapier ausgeschnittenen Buchstaben, die über die Seiten purzeln.

Didaktische Hinweise

Das Buch wendet sich an Kinder mit Legasthenie und an die Erwachsenen, die mit ihnen zu tun haben. Großer Wert wird auf die Beschreibung der Gefühle der betroffenen Kinder gelegt und auf das Aufzeigen von Hilfsmöglichkeiten durch Fachpersonal. Konsequenterweise fehlen konkrete Übungsanleitungen. Als Vorlesebuch im Förderkurs LRS ist das Buch gut einsetzbar, da es den Kindern einen Weg öffnet, über ihre eigenen Gefühle im Zusammenhang mit der Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) bzw. Lese-Rechtschreibschwäche zu sprechen. Sie können erkennen, dass sie an ihrem Problem weder selbst „schuld“ noch alleine damit sind. Will man das Buch mit der ganzen Klasse lesen, ist die beigelegte CD hilfreich. Dort finden sich Arbeitsblätter und Bilder zum Buch. Sie dienen der Auseinandersetzung mit den Gefühlen der Kinder mit Legasthenie und der Reflexion des eigenen Verhaltens diesen Kindern gegenüber. In der Rubrik „Unterrichtsmaterialien“ werden Tipps zur Umsetzung im Unterricht gegeben. Ebenfalls auf der CD findet sich ein Informationsteil, der sich an Erwachsene richtet und weiterführende Hinweise gibt, zum Beispiel zu den Ursachen, Auswirkungen und Anzeichen bei einer Lese-Rechtschreibstörung oder -schwäche, zum Umgang mit LRS-Kindern sowie zu den diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Eine Auflistung von Beratungsstellen im deutschsprachigen Raum rundet dieses Service-Angebot ab. Der Verwendung als Klassenlektüre stehen der hohe Preis und das sehr spezielle Thema entgegen. Zum Einstellen in die Lehrerbücherei der Grundschule ist das Buch jedoch zu empfehlen.

Gattung

  • Bilderbücher

Eignung

in Auszügen geeignet

Jahrgangsstufen

2 bis 4

Fächer

  • Deutsch

Erscheinungsjahr

2011

ISBN

9783497021802

Umfang

91 Seiten

Medien

  • Buch
  • Hörbuch