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Frank Goosen: Kein Wunder

Besprechung

Frank Goosen erzählt die Geschichte von Förster, Brocki und Fränge, drei ungleichen Freunden aus dem Ruhrgebiet Ende der 80’er Jahre. Während der Bäckersohn Fränge nach West-Berlin gezogen ist, um dort als „Weltenwanderer der Liebe“ Frauen diesseits und jenseits der Mauer, sozusagen „systemübergreifend“ mit seiner Liebe zu beglücken, kommt der Stahlarbeitersohn Brocki häufig als moralischer Zeigefinger daher, der mit dem verkopften Förster dem Treiben des Freundes eher zuschaut, als sich selbst ins Leben zu stürzen. Fränge unterhält eine wilde Liebesbeziehung mit Marta in West-Berlin und mit Rosa in Ost-Berlin. Freilich wurden sie von Fränge nicht in dieses „Liebesexperiment“ eingeweiht! Federleicht bewegt er sich zwischen den politischen Blöcken und nutzt die Situation für seine unangepasste Vorstellung vom Leben. Förster und Brocki lernen durch ihren Freund den Berliner Osten und seine Bewohner kennen und müssen nach und nach ihre Vorurteile über Bord werfen. Sie erkennen sogar zahlreiche Parallelen zwischen dem grauen Ruhrgebiet und dem grauen Ost-Berlin. Als am 9. November 1989 schließlich die Mauer fällt, kommt das ausgeklügelte Liebessystem gefährlich ins Wanken... Frank Goosen erzählt diese Wendegeschichte aus dem Blickwinkel von drei jungen Westlern, die die Stereotypen ihrer Eltern übernommen haben und die langsam lernen, diese zu korrigieren. Sprachlich ist es eher ein Fränge-Sound, der sich durch das Buch zieht, obwohl Förster dem Leser am Nächsten steht.Der Roman ist ein gelungenes Beispiel für aktuelle Wiedervereinigungsliteratur, formuliert aus westdeutscher Sicht. Man kann die Erzählung ohne Probleme als Klassenlektüre einsetzen; sowohl die Sprache als auch die Kapriolen der drei jungen Männer werden auf Interesse bei jugendlichen Lesern stoßen. Man muss allerdings darauf gefasst sein, dass es zahlreiche Anspielungen gibt, die die heutige Generation nicht verstehen kann. Trotzdem ist es im Sinne der politischen Bildung absolut lohnenswert, sich mit der Zeit der Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands zu beschäftigen. Neben der amüsanten Handlung bieten zahlreiche Dialoge über die Unterschiede zwischen Ost und West, über Vorurteile auf beiden Seiten, über unterschiedliche Lebensentwürfe und Wertvorstellungen Anlass zu Vertiefungen.

Didaktische Hinweise

Der Roman ist ein gelungenes Beispiel für aktuelle Wiedervereinigungsliteratur, formuliert aus westdeutscher Sicht. Man kann die Erzählung ohne Probleme als Klassenlektüre einsetzen; sowohl die Sprache als auch die Kapriolen der drei jungen Männer werden auf Interesse bei jugendlichen Lesern stoßen. Man muss allerdings darauf gefasst sein, dass es zahlreiche Anspielungen gibt, die die heutige Generation nicht verstehen kann. Trotzdem ist es im Sinne der politischen Bildung absolut lohnenswert, sich mit der Zeit der Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands zu beschäftigen. Neben der amüsanten Handlung bieten zahlreiche Dialoge über die Unterschiede zwischen Ost und West, über Vorurteile auf beiden Seiten, über unterschiedliche Lebensentwürfe und Wertvorstellungen Anlass zu Vertiefungen.

Gattung

  • Romane

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Jahrgangsstufen

9 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Geschichte

FÜZ

  • Politische Bildung
  • Kulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2019

ISBN

9783462052541

Umfang

349 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch