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Candice Carty-Williams: Queenie

Besprechung

Der Roman mit dem Titel „Queenie“ von Candice Carty-Williams spielt in London. Im Mittelpunkt steht die junge schwarze Britin Queenie, die nach einer enttäuschten Liebe mit ihrem weißen Freund Tom, von dem sie schwanger war, auf der Suche nach ihrem Platz im Leben ist. Nach der Trennung von Tom, der von der Schwangerschaft nichts weiß, muss sich Queenie auf dem überteuerten Mietmarkt in London eine neue Wohnung suchen. Um den Verlust von Tom und dem verlorenen Baby zu kompensieren, sucht sie nach ihrem Umzug in eine heruntergekommene WG Trost auf Datingportalen und lässt sich auf zahlreiche One-Night-Stands ein, immer in der Hoffnung, dass Tom doch wieder zu ihr zurückkehrt. Bei ihren Treffen mit diversen Männern wird sie aber immer wieder erniedrigt und rassistisch angefeindet, da sie immer wieder an Typen gerät, die es schon immer mal „mit einer Schwarzen ausprobieren“ wollten und darin ein exotisches Abenteuer wittern. Queenie trifft eine falsche Entscheidung nach der anderen und verliert als Folge dessen immer mehr die Kontrolle über ihr Leben, wie man auch aus den zahlreichen Messages erfährt, in denen sie ihre Freundinnen freimütig an ihren Treffen mit Männern teilhaben lässt. Aber nicht nur Queenies Privatleben gestaltet sich mehr und mehr als einzige Katastrophe, sondern auch in ihren Traumberuf als Zeitungsreporterin bei einer kleinen Modezeitung hat Queenie zu kämpfen. Eigentlich würde sie gerne über Feminismus und die Black-Lives-Matter-Bewegung schreiben, scheitert aber immer wieder an ihrem eigene Arbeitsrhythmus. Sie kommt zu spät, lässt sich leicht ablenken und trifft sich während der Arbeit viel zu oft mit Darcy, einer befreundeten Kollegin. Das geht solange, bis sie aufgrund einer Affäre mit einem Mitarbeiter, der sie ungewollt bedängt, beurlaubt wird. Ohne Geld kann Queenie ihre Miete nicht länger bezahlen und muss notgedrungen zu ihren jamaikanischen Großeltern ziehen, die der nach Freiheit und Unabhängigkeit strebenden Enkelin strenge jamaikanische Wertvorstellungen entgegenhalten. Nur allmählich begreift Queenie, dass sie professionelle Hilfe braucht, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Dadurch, dass der Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, bekommt man als Leser*in nicht nur eine Vorstellung von dem alltäglichen Rassismus, mit dem Queenie konfrontiert ist, sondern man bekommt auch einen tiefen Einblick in das Seelenleben einer jungen Frau auf der Suche nach ihrer Identität, die die Leser*innen mit viel Witz, Humor und Selbstironie an ihrer Achterbahnfahrt durch das Leben teilnehmen lässt. 

Didaktische Hinweise

Der Roman Queenie eignet sich eher zur privaten Lektüre als zur Schullektüre. Trotz Queenies teilweise sehr ausgebreiteten Liebeserfahrungen lernt man als Leser*in sehr viel über strukturellen Rassismus, der sich eben bis in die intimsten Lebensbereiche hineinziehen kann. Die Autorin Candice Carty-Williams spricht somit ein Thema an, dass gesellschaftlich tabuisiert wird. Das stereotype Denken, mit dem sich junge schwarze Frauen konfrontiert sehen, wenn sie auf der Suche nach einer ehrlichen Beziehung sind, wird anhand von Queenies Erfahrungen mehr als deutlich. 

Gattung

  • All Age

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 11 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Englisch

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Interkulturelle Bildung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783351050863

Umfang

544 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book
  • Hörbuch