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William Boyd: Blinde Liebe

Besprechung

Der schottische Schriftsteller William Boyd erzählt in seinem Roman „Blinde Liebe“ im Stil der klassischen russischen Literatur von einer Liebesaffäre, die nur im Geheimen stattfinden kann. Die Romanhandlung umfasst die Jahre von 1894 bis 1906. Sie beginnt damit, dass der zwanzigjährige Brodie Moncur alles daransetzt, die schottische Provinz und v.a. seinem despotischen Vater zu entfliehen. Von diesem wird er aufgrund seiner dunklen Hautfarbe, mit der Brodie sich von seinen zahlreichen Geschwistern unterscheidet, als „schwarzer Bastard“ beschimpft. Brodie, der über ein absolutes Gehör verfügt, geht nach Edinburgh, wo er bei dem bekannten Instrumentenhersteller Channon & Co das Handwerk des Klavierstimmers erlernt. Schon bald wird ihm angeboten, in der Pariser Dependence zu arbeiten, wo er eine gigantische Marketingidee hat: Brodie will Verträge mit großen Künstlern schließen, die auf ihren Tourneen auf Channon-Flügeln spielen und so für die Firma werben. Erster Partner wird der als „irischer Liszt“ gefeierte John Kilbarron, der von seinem rüden Bruder Malachi gemanagt wird. Brodie verliebt sich hoffnungslos in Malachais Geliebte, der eher mäßig erfolgreichen Sängerin Lika Blum. Seine Gefühle werden von Lika erwidert, die beiden sind jedoch fortan gezwungen, ihre leidenschaftliche Affäre vor den Kilbarrons geheim zu halten. Nizza, wohin sich der an Tuberkulose erkrankte Brodie zurückziehen muss, St. Petersburg, Biarritz, Triest und immer wieder Paris, sind Orte der geheimen Liebe. Doch wohin das Paar auch flieht, Kilbarron schöpft immer wieder Verdacht, bis er den beiden schließlich auf die Schliche kommt. Gemäß der Tradition fordert Kilbarron Brodie zum Duell heraus, bei dem Brodie den Piantisten tötet. Doch, anders als erwartet, führt Kilbarrons Tod nicht dazu, dass Brodie und Lika sich ihrer Liebe hingeben können, sondern Brodie muss fortan Malachais Zorn fürchten, der es schafft, Brodie bei seiner weiteren Flucht immer dicht auf den Fersen zu bleiben. 

Didaktische Hinweise

William Bodys Roman eignet sich sehr gut zur privaten Lektüre für literarisch interessierte Oberstufenschülerinnen und -schüler. Der Roman liefert einen spannenden und faszinierenden Einblick in die Welt des 19. Jahrhunderts. Thematisch lässt sich die Duell-Szene sehr gut in den Unterricht der Oberstufe im Zusammenhang mit der Behandlung von Fontanes „Effi Briest“ einbinden, in dem die Sinnlosigkeit des gesellschaftlich Rituals angeprangert wird.

 

 

Gattung

  • Romane

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 10 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Englisch
  • Geschichte

FÜZ

  • Kulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2019

ISBN

9783311100041

Umfang

512 Seiten

Medien

  • Buch