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Luc Ferry: Antigone

Besprechung

Luc Ferry hat sich zur Aufgabe gemacht die Weisheiten der griechischen Mythen als Comic neu zu entdecken. Dabei adaptiert er die ursprüngliche Überlieferung mit großer Sorgfalt. „Antigone“ ist mittlerweile der 9. Band aus der Reihe Mythen der Antike. Die ansprechende gestalterische Umsetzung fällt unter die Feder von Clotilde Bruneau.

Auf den ersten 50 Seiten wird der Mythos von Antigone in Bilden gefasst. Diese kehrt nach Theben zurück, um ihren Brüdern mitzuteilen, dass Ödipus verstorben sei. Als Erben des Ödipus sollen die Brüder Polyneikes und Eteokles Könige werden. Beide Brüder vereinbaren, dass sie sich die Regentschaft teilen: Jeder soll ein Jahr regieren und danach dem Bruder das Königsamt übertragen. Doch Eteokles weigert sich nach Ablauf des Jahres, seinen Bruder zu inthronisieren. Darauf entbrennt ein furchtbarer Kampf, in dessen Folge beide Brüder umkommen. Nun übernimmt der Onkel Kreon die Macht und regiert mit strenger Hand. Um seine Macht zu demonstrieren, verfügt er, dass der Leichnam Polyneikes nicht bestattet werden darf und jeden mit dem Tode bestrafe, der dies versuche. Nun ist Kreons Sohn in Antigone verliebt und sie beschließt, ihren Bruder zu bestatten, denn sie sieht das Gesetz der Götter als höher an. Diese können ihren Bruder nur in den Himmel aufnehmen, wenn er bestattet ist. Der Familienkonflikt entwickelt sich zum Drama und endet tragisch. Wie geweissagt, verliert Kreon für seine Fehlentscheidung alle Menschen, die ihm wichtig sind. Ihm bleibt alleine die Macht über Theben.

Im zweiten Teil wird die griechische Tragödie im Sinne der Hegelschen Interpretation analysiert. Diese besagt, dass es in der realen Welt notwendigerweise Standpunkte gibt, die zugleich völlig legitim und völlig widersprüchlich sind, wobei sie durch Einseitigkeit tragisch werden. Den Tod der Protagonisten sieht Hegel aber nicht als Strafe, sondern als Auswirkung einer objektiven Notwendigkeit. Die Götter gewinnen die Oberhand. Begleitet wird die Schilderung durch Abbildungen von bekannten und großen Ölgemälden, wie sie in den Museen der Welt zu finden sind.

Didaktische Hinweise

Das Konzept, antike Geschichten in moderne grafische Novellen zu verpacken, geht auf und der Zugang für Schülerinnen und Schüler ist ein leichter. Von Vorteil wäre natürlich, wenn die Vorgeschichte von Ödipus bekannt wäre. Die Geschichte ist aber in sich abgeschlossen.

Der familiäre Konflikt kann gut herausgearbeitet werden und die Motive für die jeweiligen Handlungen besprochen werden. Die Geschichte fordert Schülerinnen und Schüler dazu auf, Handlungsalternativen aufzuzeigen und diese als Rollenspiele vorzuführen.

Weitere Ideen zum Unterricht sind als Begleitmaterial beigefügt.

Gattung

  • Comics, Comic-Romane, Graphic Novels

Sachbuchkategorie

  • Geschichte, Archäologie
  • Biografien, Autobiografien, Porträts

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 8 bis 9

Fächer

  • Geschichte

FÜZ

  • Werteerziehung
  • Soziales Lernen
  • Kulturelle Bildung

Erscheinungsjahr

2021

ISBN

9783958392946

Umfang

56 Seiten

Medien

  • Buch
  • E-Book