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Saskia Hula: Bikos letzter Tag

Besprechung

In „Bikos letzter Tag“ erzählt Saskia Hula einfühlsam und behutsam aus der Perspektive des Hundes, wie sein Leben zu Ende geht. Biko ist ein lieber, alter Hund, der seit vielen Jahren in einer Familie mit zwei Kindern und einer Katze lebt. Ist er früher noch aufgeweckt herumgelaufen und hat alle und alles bewacht, schmerzen ihm jetzt seine alten Knochen und er ist sogar zu schwach, an seinem Trinknapf zu trinken. Am liebsten würde er die ganze Zeit auf seiner Decke liegen und nur noch schlafen. Sein Herrchen bringt ihn schlussendlich gemeinsam mit dessen Sohn zum Tierarzt, wo er im Beisein seiner Lieben für immer einschlafen darf. Dem überaus emotionalen Thema - Abschiednehmen vom besten Aufpasser der Welt und vom geliebten Haustier – nähert sich Saskia Hula durch einen überaus geschickten Perspektivwechsel. Das Erzählen aus Sicht des Vierbeiners ermöglicht es den Leser/-innen und Zuhörer/-innen empathisch mit dem Hund seine letzten Tage mitzuerleben. So folgt der Leser Bikos Gedanken, erlebt seine Erleichterung, als er von seiner Verantwortung, die Familie zu behüten, erlöst wird und endlich loslassen und seiner unendlichen Müdigkeit nachgeben darf. Die für ein Bilderbuch mit doch sehr viel Text ausgestattete Geschichte wird in einfachen, kurzen Sätzen und in alltagssprachlichem, auch für jüngere Kinder gut verständlichem Ton erzählt. Die mit Kreide und Stiften gezeichneten seitenübergreifenden Illustrationen greifen die Stimmungen und Gefühlslagen des Textes auf besondere Weise auf. In Groß- und Nahaufnahme wird die Traurigkeit der Familienmitglieder in Gestik und vor allem Mimik sowie die schwindenden Kräfte des Hundes sichtbar. Der Erzählung angemessen sind die Illustrationen weich und in den Naturtönen gelb, grün und braun gehalten und wirken so warm und beruhigend auf den Betrachter. Diese so entstandene anrührende und tröstliche Geschichte vermag es, auch jungen Leser/-innenn den Tod eines Haustieres näherzubringen und insbesondere durch den Perspektivenwechsel auch Trost zu spenden.

Didaktische Hinweise

Insgesamt bietet dieses Bilderbuch Grundschulkindern einen einfühlsamen und behutsamen Zugang zu dem mitunter tabuisierten Thema „Tod“. Vor allem wenn ein älteres Haustier oder ein kranker oder ältere Angehöriger stirbt, kann dieses Bilderbuch Hilfe bei der Trauerbewältigung bieten. Als Aufhänger für Gespräche über das Thema „Tod“ und „Verlust“ kann es schrittweise vorgelesen und mit produktionsorientierten Methoden angereichert werden. Bei der Wahl der Methode sollte man allerdings den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ihre eigenen Erfahrungen mit einfließen zu lassen, ohne sie einer größeren Öffentlichkeit preisgeben zu müssen. Mögliche Methoden wären z.B. das Schreiben zu einem Bild oder zu einem Absatz oder das schriftliche Ausdifferenzieren einer Zeile oder eines Absatzes auf unterschiedliche Weise. Geeignet scheint es mir auch Gefühle, Stimmungen und Gedanken im Bild in Form von Sprech-/ Gedankenblasen oder collagiert zum Ausdruck zu bringen. Ob die eigenen Produkte präsentiert werden, sollte jeder Schülerin/jedem Schüler selbst überlassen werden. Sie können aber auch unpräsentiert Türöffner und thematische Gesprächsanlässe bieten.

Gattung

  • Bilderbücher

Eignung

in Auszügen geeignet

Jahrgangsstufen

1 bis 4

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

Erscheinungsjahr

2017

ISBN

9783954701643

Umfang

32 Seiten

Medien

  • Buch