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Karin Hagemann: Das Geheimnis des Raben

Besprechung

Fritzi spielt in einer Band und braucht unbedingt Geld für eine E-Gitarre. Ihr Geburtstag steht zwar bald an, aber sie ist sich sicher, dass sie von Kalli, ihrem Vater, bestimmt keine Gitarre geschenkt bekommen wird. Ihre Mutter Sally hat die Familie schon vor Jahren verlassen. Da entdeckt ihre Freundin Klara einen Krimiwettbewerb für 10-14-Jährige in der Zeitung. Für die beste Geschichte zu einem Bild winken dem Gewinner 500 Euro. Bei ihrem Streifzug durch das Städelmuseum bleiben die Freundinnen bei Auguste Chabaud „Hotelflur“ (1907/08) hängen: Rotgestrichene Hotelwände, zwei schwarze Zimmertüren, eine trägt die Nummer 12, die Hoteltreppe und am Bildrand, auf der letzten sichtbaren Treppenstufe, ein Schuh. Da scheint gerade jemand zu flüchten. Eine ideale Bildvorlage für einen Krimi. Fritzi macht sich sofort ans Schreiben. Doch der Wettbewerb und der Geburtstag verlaufen anders als erwartet. An ihrem elften Geburtstag bekommt Fritzi keine Gitarre, sondern findet ein Paket auf ihrem Schreibtisch: „Von Sally für Fritzi“. Die erste Nachricht von ihrer Mutter – seit Jahren. Neugierig öffnet sie den Deckel. Neben einem Brief liegen ein Foto, ein rotes Kleid, ein kleiner schwarzer Rabe aus Gummi, eine Lupe und ein Foto von einem Gemälde – „Hotelflur“ von Auguste Chabaud darin! Das kann kein Zufall sein. Fritzi wird das Geheimnis um ihre Mutter, den Raben und das mysteriöse Bild herausfinden. Dass sie dabei auf Kunstfälscher stoßen würde, konnte sie natürlich nicht ahnen. Karin Hagemanns Kinderkrimi entstand in Zusammenarbeit mit dem Städel Museum in Frankfurt. Die gemeinsame Grundidee dabei ist es, ein Gemälde aus dem Museum als Aufhänger für eine Kriminalgeschichte zu nehmen. Neben dem Abdruck des Gemäldes „Hotelflur“ in diesem Fall findet sich am Ende des Buches auch ein knapper Abriss zu dem Künstler Auguste Chabaud. Aber auch die Stadt Frankfurt, das Museum und Arbeiten in einem Museum kommen zur Geltung. Kinder über einen Krimi für Kunst zu interessieren, kann mit dem Buch gelingen. Auch wenn einiges recht konstruiert klingt und auch nicht alle Figuren, Fäden und Knoten aufgelöst werden. Junge Leserinnen und Leser werden den Kriminalfall sicher mit Spannung lesen. „Das Geheimnis des Raben“ ist nicht das erste Kinderbuch der Autorin. Das Jugendbuchprogramm Fischer Schatzinsel hat von Karin Hagemann weitere Titel für junge Leserinnen und Leser veröffentlicht. Abgesehen vom Schreiben von Jugendbüchern arbeitet die Journalistin in erster Linie als Politikredakteurin für eine TV Produktionsgesellschaft. Die aussagekräftigen, verspielten Vignetten stammen von der in Frankfurt lebenden Illustratorin Franziska Harvey.

Didaktische Hinweise

Als Klassenlektüre eröffnet der Krimi in erster Linie künstlerisch, kreativ-ästhetische Zugangsmöglichkeiten: Ein Besuch in einem Museum bzw. in einer Gemäldesammlung bietet sich an. Bildbetrachtung, bzw. genaues Hinsehen und Beschreiben können mit Schülerinnen und Schülern geübt werden, um daraus schließlich eine Erzählidee zu entwickeln, sodass letztlich die Kinder selbst zu einem Gemälde eine Geschichte schreiben können. So wie sich die Leserin/der Leser umgekehrt bei der Lektüre beim Zurückblättern und dem nochmaligen genauen Ansehen des Bildes ertappen kann, ob nicht vielleicht dort die Lösung für den Krimi zu finden ist.

Gattung

  • (Kinder-) Kriminalliteratur, Thriller (Horror, Gruselliteratur)

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 3 bis 4

Fächer

  • Deutsch
  • Kunst (Fachzeichnen)

Erscheinungsjahr

2011

ISBN

9783596854622

Umfang

215 Seiten

Medien

  • Buch