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Chimamanda Ngozi Adichie: Die Hälfte der Sonne

Besprechung

Mitte der sechziger Jahre entbrannte in Nigeria auch als Erbe der Kolonialzeit ein blutiger Bürgerkrieg. Die Igbo erklärten im Südosten ihre Unabhängigkeit und gründeten den Staat Biafra, der aber schon nach drei Jahren von Nigeria besiegt wurde und im allgemeinen Bewusstsein noch heute für eine furchtbare Hungersnot steht. Die Hoffnungen, die in diese Neugründung gesetzt wurden, die schreckliche Kriegszeit und die Niederlage bilden den Hintergrund für eine Familiengeschichte, die Adichie gewohnt farbig, spannend und für den europäischen Leser auch äußerst interessant und informativ darstellt.

Im Wesentlichen geht es um den Houseboy Ugwu, seinen Herrn, Professor Odenigbo, und dessen schöne Frau Olanna, die trotz ihrer Liebe fast von Odenigbos Mutter, die ganz stark alten Strukturen verhaftet ist, auseinandergebracht werden. Der Leser lernt eine gebildete afrikanische Mittelschicht ebenso wie archaische Dorfstrukturen oder die korrupte Kaste der Reichen kennen. Auch wenn die literarische Qualität des Buches nicht an Adichies Roman „Americanah“ heranreicht, ist der Stoff doch thematisch interessant, vertieft das Verständnis für die vielfachen Probleme Afrikas und hält die Erinnerung an eine schlimme Katastrophe wach. Das Buch wurde aus dem Englischen von Judith Schwaab übersetzt.

Didaktische Hinweise

Als Leseangebot geeignet oder auch als Teil des Gesamtwerks der Autorin zur Analyse interessant.

Gattung

  • Romane

Eignung

in Auszügen geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 11 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Englisch

Erscheinungsjahr

2016

ISBN

9783596035489

Umfang

640 Seiten

Medien

  • Buch