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Kate Gordon: Girl running, Boy falling

Besprechung

Der Coming-of-Age-Roman „Girl Running, Boy Falling“ der australischen Schriftstellerin Kate Gordon ist aus der Sicht der 16-jährigen Therese erzählt. Therese hat in dem Roman viele Namen und Rollen, ihre Freunde nennen sie Resey, ihre Tante Kath nennt sie Tiger und von ihrem besten Freund Wally wird sie Champ genannt. Therese ist engagiert, sie ist ehrgeizig in der Schule, spielt dort auch die Hauptrolle in einem Musical und hilft ab und zu in der Mensa aus. Zudem spielt Therese Klarinette im Schulorchester, backt und liest gerne und behauptet von sich selbst, dass sie aus vielen Einzelteilen besteht. Um ihr Taschengeld aufzustocken, jobbt sie auch noch nebenher bei Woolworth. Therese ist in Wally verliebt, den strahlenden Wally, die große Football-Hoffnung der Schule, den sie schon lange kennt und mit dem sie im Hühnerstall ihrer Tante tiefgründige Gespräche über T.S. Eliot führt. Als Wally sie dann endlich küsst, scheint Thereses Traum in Erfüllung zu gehen. Doch dann passiert das Unfassbare: Wally nimmt sich kurz nach ihrem ersten Kuss das Leben und Thereses Leben, das bisher voller Aktivitäten war, kommt zu einem jähren Stillstand. Von einem Tag auf den anderen ist ihr Leben von Verlust und Trauer geprägt. Therese versucht zunächst auf unterschiedliche Art und Weise, mit Wallys Tod fertig zu werden. Wie zu Beginn des Romans nimmt sie erneut ihre unterschiedlichen Rollen ein und versucht, so wieder Halt zu finden, stößt dabei aber immer wieder an ihre Grenzen. Es ist aber nie die Rede davon, dass Therese alleine mit dem Verlust umgehen muss, Hilfe und Trost bekommt Therese von allen Seiten, auch die Schule bietet ihr professionelle psychologische Hilfe an und dennoch merkt Therese sehr schnell, dass alle Hilfsangebote ihren Grenzen haben und dass es keinen Sinn macht, vor der eigenen Trauer wegzulaufen.  Als Therese an der Innenseite von Wallys Football-Trikot einen Abschiedsbrief findet, in dem er ihr zu erklären versucht, warum er sich das Leben genommen hat, wird dem Leser /der Leserin erst die ganze Dimension von Thereses Trauer und ihres Schmerzes über Wallys Tod bewusst, denn man erfährt, dass auch ihre Mutter an einer Infektionskrankheit gestorben ist, als Therese klein war und sie sich damals nicht von ihrer Mutter verabschieden konnte. Ihr Vater, der den Schmerz nicht ertragen konnte, hat Therese alleine bei ihrer Tante Kath zurückgelassen.

Didaktische Hinweise

Der Jugendroman „Girl running, Boy falling” von Kate Gordon sollte in keiner Schülerlesebibliothek fehlen. Auch im Religions- und Ethikunterricht lassen sich Auszüge des Romans sehr gut einsetzen, um mit den Schülerinnen und Schülern über Verlusterfahrungen und Trauerbewältigung zu sprechen. Trotz der massiven Verlusterfahrungen, die Therese nicht nur durch Wallys Tod macht, sondern auch durch den Tod ihrer Mutter und den Weggang des Vaters durchlebt hat, zeigt der Roman, dass man lernen kann, nach vorne zu schauen und wie wichtig es ist, Menschen zu haben, die einen dabei unterstützen. 

Alle hier rezensierten Werke von Kate Gordon

Gattung

  • All Age

Eignung

für die Schulbibliothek empfohlen

Altersempfehlung

Jgst. 9 bis 13

Fächer

  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Familien- und Sexualerziehung
  • Soziales Lernen

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9783551584168

Medien