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Timo F.: Neonazi

Besprechung

Bei dem Jugendroman mit dem Titel „Neonazi“ handelt es sich um die wahre Geschichte des Timo F., dessen Lebensumstände dazu geführt haben, sich einer rechtsradikalen Gruppe anzuschließen. Timo, der bei seiner Mutter aufwächst, muss schon früh erfahren, was es heißt, vernachlässigt zu werden. Seine Mutter, die mit der Erziehung völlig überfordert ist und mit Timos Onkel eine Affäre hat, behauptet ihm gegenüber, es handle sich um den leiblichen Vater. Nachdem die Lüge aufgeflogen ist und sich die Mutter vom Onkel getrennt hat, führen häufige Umzüge und wechselnde Lebenspartner der Mutter dazu, dass Timo zunehmend vereinsamt. Mit 11 Jahren ist er auf sich alleine gestellt. Er entwickelt zunehmend Ängste: Angst vor der Schule und Angst vor den Blicken der Nachbarskinder. Obwohl er sich in der Schule anstrengt und sogar eine Gymnasialempfehlung bekommt, meldet ihn seine Mutter dort nicht an. Mit 12 Jahren möchte Timo auf eigenen Wunsch bei Enrico bleiben, dem Lebenspartner der Mutter. Seine Mutter zieht zu ihrer alten Jugendliebe Robert. Doch auch Enrico ist mit Timos Erziehung überfordert und Timo kehrt zu seiner Mutter zurück. Eine Autofahrt zusammen mit seiner Mutter wird zum Wendepunkt in Timos Leben. Er findet eine alte CD mit Nazi-Rockmusik und seine Mutter berichtet ihm von ihrer Jugend in der Skinhead-Szene. Um seine Mutter zu beeindrucken, sucht Timo daraufhin im Internet nach weiterer rechtsradikaler Musik und gerät dadurch immer tiefer in die rechte Szene. Er verändert sein Äußeres und erfährt endlich Anerkennung von der Mutter. Das geht so weit, dass er sogar davon träumt, eine Parteikarriere in der NPD bzw. bei den Jungen Nationaldemokraten zu machen. Je mehr er sich aber in der rechten Szene engagiert, umso fragwürdiger erscheinen ihm die ideologischen Phrasen seiner Freunde. Nach einer Hausdurchsuchung durch die Polizei besinnt sich Timo. Er möchte aus der Szene aussteigen. Oliver, ein Aussteigerhelfer, hilft ihm dabei. Bis heute fürchtet sich Timo davor, von Mitgliedern der Szene erkannt zu werden. Der Romane ist in Zusammenarbeit mit der AussteigerhilfeRechts und dem Nordverbund Ausstieg Rechts entstanden. Er zeigt am Beispiel von Timo eindrücklich, wie weniger Faktoren es schlussendlich bedarf, um in den Rechtsradikalismus abzudriften.

Didaktische Hinweise

Der Roman „Neonazi“ eignet sich sehr gut als Klassenlektüre in der Mittelstufe. Er ist spannend geschrieben und behandelt, vor dem Hintergrund einer sich radikalisierenden Gesellschaft, ein hochaktuelles Thema. Die Tatsache, dass Jugendliche im Internet leichten Zugang nicht nur zu rechtsradikaler Musik, sondern auch zu entsprechenden Gruppierungen haben können, macht es notwendig, in der Schule Aufklärung zu betreiben. Im Anhang des Buches findet sich eine umfangreiche Liste von Adressen mit Angeboten zur Prävention und Beratung von Betroffenen. Die Homepage des Arena Verlags bietet ein umfängliches Unterrichtsmodell mit zahlreichen Arbeitsblättern. Lehrkräfte werden dadurch gut unterstützt, wenn sie den autobiographischen JugendRomane als Klassenlektüre gewählt haben.

Gattung

  • Romane

Eignung

sehr gut als Klassenlektüre geeignet

Altersempfehlung

Jgst. 8 bis 10

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Sozialkunde/Politik und Gesellschaft
  • Zusätzliche Fächer (Fachunterricht)

Erscheinungsjahr

2017

ISBN

9783401602943

Umfang

223 Seiten

Medien

  • Buch