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Ali Benjamin: Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren

Besprechung

Der Roman enthält mehrere zeitliche und inhaltliche Ebenen, die sich häufig abwechseln, aber auch für Leseunerfahrene durch verschiedene Schrifttypen unterscheidbar sind.Zum einen erzählt Suzy rückblickend, wie sie in die 7. Klasse kommt und Dinge sich zu verändern beginnen. Franny, die einzige Freundin, der sie schon immer alles anvertraut hat, verhält sich plötzlich pubertär und wird in eine neue Clique aufgenommen. An einem Small Talk in der Mittagspause will Suzy sich beteiligen, informiert aber nur sachlich über biologische Zusammenhänge, die niemanden interessieren. Fortan wird sie gemieden, später gemobbt. Suzy rächt sich an Franny, indem sie ihren Spind mit Urin tränkt.Parallel dazu erfahren wir in der Jetzt-Zeit in einer Art Monolog an Franny gerichtet, dass ebendiese Franny ertrunken ist, obwohl sie eine gute Schwimmerin war. Suzy ist mit der Situation überfordert, da sie sich vorher nicht mit ihrer früheren Freundin versöhnt hat. Als Reaktion darauf hört sie auf zu sprechen, weshalb sie zur Psychotherapie geschickt wird. Gleichzeitig aber will sie die Wahrheit über Frannys Tod herausfinden – Suzy, die nicht akzeptieren will, dass Dinge einfach passieren (vgl. Titel), vermutet, dass eine Qualle der tödlichen Art Irukandji schuld sei.Dies führt zum dritten Strang: Suzy forscht penibel und pedantisch über Quallen und schreibt nie abgeschickte Botschaften an einen Forscher, der ihre These stützen soll (vgl. englischer Originaltitel: The thing about jellyfish). Die Idee, ihn persönlich zu treffen, manifestiert sich, und so plant Suzy heimlich über Wochen hinweg eine Reise von Massachusetts nach Australien – diese scheitert aber bereits am Check-in-Schalter, von wo ihre Mutter sie abholt. Endlich akzeptiert Suzy, Dinge so anzunehmen, wie sie sind und stellt sich dem Leben.

Didaktische Hinweise

In der eigenbrötlerisch-komplexen Figur Suzy wie auch ihrem persönlichen Umfeld werden sich etliche Schülerinnen und Schüler wiedererkennen. Sie wirkt meist scharfsinnig und stark, bisweilen aber unnahbar und altklug. Die vielen Details und Berechnungen über Quallen sind zwar informativ, hemmen aber v.a. zu Beginn den Lesefluss. Ali Benjamins Debüt ist „berührend, klug, poetisch, philosophisch“ (Ute Wegemann, Deutschlandfunk) und bietet eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten im Unterricht. Daher dringende Empfehlung für Schulbibliotheken weiterführender Schulen, u.U. auch als Klassenlektüre. Aktuell wird der Roman verfilmt.

Gattung

Jugendbuch

Eignung

als Klassenlektüre geeignet

Jahrgangsstufen

7 bis 8

Fächer

Deutsch, Ethik

Erscheinungsjahr

2018

ISBN

9783446260498

Umfang

240 Seiten

Medien

Buch