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Lesefähigkeit/Leseverstehen

Leseflüssigkeit ist die Voraussetzung für das Leseverstehen. Um Texte sinnerfassend zu lesen, müssen Schülerinnen und Schüler die lokale und globale Kohärenz, d.h. die Bedeutungs- uns Argumentationszusammenhänge erkennen.

Lokale Kohärenz:

 Mary holte die Picknick-Utensilien aus dem Wagen. Die Apfelschorle war warm.

Um zu verstehen, wie die beiden Sätze als Textsegmente inhaltlich miteinander verknüpft sind, muss die Leserin/der Leser „die Apfelschorle“ als „Picknick-Utensil“ einordnen. Nur mit dem Vorwissen, dass die Apfelschorle als Getränk zu den Picknick-Utensilien gehört, entsteht ein Sinnzusammenhang, die lokale Kohärenz.

Globale Kohärenz:

Das globale Textverstehen, oder auch globale Kohärenz genannt, d.h. das Erfassen des gesamten Textes wird durch die Anwendung unterschiedlicher Lesetechniken, Lesestrategien und metakognitiver Selbstregulation unterstützt. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass in der Literatur nicht immer zwischen Lesetechniken und Lesestrategien unterschieden wird, sondern die hier aufgelisteten Lesetechniken z. T. den Lesestrategien zugeordnet werden.

Lesetechniken

Leserinnen und Leser rezipieren abhängig von der jeweiligen Leseintention einen Text mit unterschiedlichen Lesetechniken

  • orientierendes/diagonales Lesen (skimming): Betrachten der Textbestandteile, „Anlesen“ des Textes, Überfliegen
  • punktuelles/selektives Lesen (scanning): gezielte Suche nach einer (oder mehreren) bestimmten Information(en) im Text
  • kursorisches/rasches Lesen (reading for gist): globales Erfassen des gesamten Textinhalts
  • sequenzielles/detailliertes/intensives Lesen (reading for detail): genaues Erfassen des Textverlaufs/-inhalts inklusive inhaltlicher Details
  • analytisches/untersuchend-kritisches/statarisches Lesen (deep reading): tiefgehende Textanalyse (Reflexion, auch sprachliche Betrachtung)

Ergänzende Informationen finden sich im Glossar des LehrplanPLUS.

Lesestrategien

Lesestrategien setzen sich meist aus unterschiedlichen Lesetechniken zusammen. Ziel ist, dass die Lernenden die Lesestrategien gezielt auswählen und einsetzen.

Lesestrategien lassen sich nach Phasen

  • vor dem Lesen z. B. Hypothesenbildung aufgrund der Überschrift oder Grafiken,  Vorwissen z. B. zum Thema und zur Textart aktivieren
  • während des Lesens: z. B. Unterstreichen, Randnotizen erstellen, Wörter im Kontext erschließen, Fachsprache nutzen 
  • nach dem Lesen: z. B. Sachtext in eine grafische Darstellungsform übertragen (z. B. Schema, Skizze), Zusammenfassen des Textes

 

oder nach der Art des Prozesses gliedern:

  • ordnende Strategien: Text strukturieren, z. B. durch Unterstreichen
  • elaborierende Strategien: Text erweitern, z. B. durch Randnotizen
  • wiederholende Strategien: Informationen verarbeiten, z. B. durch Erstellen eines Schaubildes zum Text