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Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern: Bildung durch Sprache und Schrift – Fortsetzung der Initiative: „BiSS-Transfer“

Bund und Länder setzen die 2013 gestartete Initiative zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung, „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“ fort. Bisher waren in Bayern 18 Verbünden im Elementar-, Primar- und Sekundarbereiche mit insgesamt 101 Einrichtungen, davon 28 Kindertagesstätten und 73 Schulen, beteiligt.

Mit „BiSS-Transfer“ sollen die Ergebnisse aus der ersten Programmphase in die Fläche getragen werden. Rund 2.700 allgemeinbildende Schulen bundesweit sollen künftig bei der Umsetzung ihrer Konzepte zur sprachlichen Bildung begleitet werden. Zudem erforschen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unter welchen Bedingungen ausgewählte Diagnostik- und Fördermaßnahmen in der Praxis am besten wirken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Programm von 2020 bis 2025 mit rund 13 Millionen Euro. Die Länder tragen die Kosten für den gesamten Personal- und Koordinationsaufwand für die ca. 2.700 teilnehmenden Schulen sowie die Landesinstitute und Qualitätseinrichtungen.

Wie groß der Bedarf an Sprachförderung ist, zeigen Bildungsstudien wie PISA und die IQB-Bildungstrends. Ihnen zufolge kann bis zu einem Fünftel der Schülerschaft nicht ausreichend lesen und schreiben, um dem Unterricht zu folgen. Sprachliche Kompetenzen sind jedoch eine wesentliche Voraussetzung für schulischen Erfolg.

Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Präsident der Kultusministerkonferenz 2019 und Hessischer Kultusminister, erklärt im Rahmen der Jahrestagung von „BiSS“ im November 2019: „Sowohl in der pädagogischen Praxis als auch in der Wissenschaft ist unbestritten, dass das Beherrschen der Sprache – und zwar mündlich wie schriftlich – der Schlüssel zu Bildung, Schulerfolg und damit auch zu gesellschaftlicher Teilhabe ist. Ohne Sprachkenntnisse ist Kommunikation mit anderen nur schwer möglich und die aktive Bewältigung von Lern- und Bildungsprozessen undenkbar. Und das gilt nicht nur für das Fach Deutsch und die sogenannten sprachlichen Fächer in der Schule, sondern für alle Fächer und Bereiche. Ich freue mich, dass sich ,BiSS‘ länderübergreifend und in enger Kooperation zwischen Wissenschaft und pädagogischer Praxis mit Sprachbildung befasst hat. Mit der neuen gemeinsamen Bund-Länder-Initiative ‚BiSS-Transfer‘ sorgen wir dafür, dass sowohl die sprachliche Bildung weiter im Fokus bleibt, als auch Transferprozesse in diesem Bereich genauer betrachtet werden können.“

„BiSS“ ist vor sechs Jahren mit dem Ziel gestartet, die in den Bundesländern eingesetzten Maßnahmen für sprachliche Bildung wissenschaftlich zu prüfen und weiterzuentwickeln. Dazu wurden in 15 Studien Instrumente und Materialien erprobt, evaluiert und weiterentwickelt. Über 600 Schulen und Kitas aus allen 16 Bundesländern haben sich an dem Programm beteiligt. In mehr als 100 Verbünden haben sie an der Verbesserung ihrer Konzepte gearbeitet. Dabei ist ein bundesweites Netzwerk entstanden, in dem sich alle Akteurinnen und Akteure, die an sprachlicher Bildung beteiligt sind, regelmäßig austauschen. Zusätzlich unterstützt „BiSS“ die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen bei ihrer Arbeit: mit Onlinefortbildungen, Publikationen zu konkreten Methoden und einer Datenbank mit Beschreibungen und Bewertungen zu über 100 Diagnostik- und Förderinstrumenten.

„BiSS-Transfer“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Ergebnisse aus der ersten Programmphase bis 2025 an rund 2.700 allgemeinbildenden Schulen (ca. zehn Prozent aller Grundschulen und Schulen in der Sekundarstufe I) in Deutschland umzusetzen. Anders als bisher ist die wissenschaftliche Begleitung nicht in Einzelprojekten organisiert. Stattdessen entsteht ein Forschungsnetzwerk, in dem die gesamte Wirkungskette vom Konzept über die Lehrkraft bis zum einzelnen Schüler bzw. zur einzelnen Schülerin untersucht wird. „Wir wissen jetzt mehr darüber, welche Maßnahmen die sprachlichen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen verbessern können. Trainings zur Lese- und Schreibflüssigkeit beispielsweise wirken sich positiv auf die Lese- und Schreibleistungen der Kinder aus. Wir wissen allerdings auch, dass der Einsatz in der Praxis oft an den Rahmenbedingungen scheitert. Die zentrale Forschungsfrage wird daher lauten, wann und wie die positiv evaluierten Maßnahmen zur sprachlichen Bildung wirken,“ erläutert Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache und Sprecher des BiSS-Trägerkonsortiums.

Das BiSS-Trägerkonsortium übernimmt weiterhin die Gesamtkoordination und wissenschaftliche Ausgestaltung von „BiSS-Transfer“. Es besteht neben dem Mercator-Institut aus dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität zu Berlin (IQB).

(aus der BiSS-Pressemitteilung vom 22.11.2019)

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von BiSS.