mobile Navigation Icon

Jeremias Thiel: Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance. Wie sich Armut in Deutschland anfühlt und was sich ändern muss

Besprechung

Bei dem Buch mit dem Titel „Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance: Wie sich Armut in Deutschland anfühlt und was sich ändern muss“ handelt es sich um die Biographie des 2001 in Kaiserslautern geborenen Jeremias Thiel, der unter schwierigen Bedingungen zusammen mit seinem Zwillingsbruder aufgewachsen ist und der mit 11 Jahren beschließt, seine Familie zu verlassen, weil er es zu Hause nicht mehr aushält. Jeremias Eltern, beide psychisch krank, langzeitarbeitslos und mit der Erziehung überfordert, schaffen es nicht, sich um die beiden Söhne zu kümmern. Die häusliche Situation ist schwierig und geprägt von Armut und Verwahrlosung. Einen geregelten Tagesablauf gibt es nicht. Anders als seinem Bruder fällt Jeremias die Schule leicht, er übernimmt die Organisation der Familie: Einkaufen, Waschen, Kochen und das Ausfüllen der Anträge für die Sozialleistungen. Als Jeremias die Situation nicht mehr aushält, meldet er sich selbst beim Jugendamt und lebt fortan im SOS-Familienhaus. 2019 macht er, der als Kind armer Eltern trotz entsprechender Schulnoten keine Gymnasialempfehlung bekommen hat, das Abitur. Heute studiert er Umwelt- und Politikwissenschaften in den USA. Jeremias Thiels Biographie ist immer wieder durchbrochen von Zahlen und Statistiken zur Kinderarmut, die nicht nur belegen, dass es in Deutschland viele Kinder und Jugendliche gibt, die in einer ähnlichen Situation leben, und die – anders als er – nicht in der Lage sind, sich aus dieser Situation zu befreien. Neben der Kritik an der Gesellschaft, die Ungleichheit und Ungerechtigkeit stimmschweigend hinnimmt, fügt Jeremias Thiel auch Untersuchungen an, die auf die schädliche psychische und emotionale Entwicklung dieser Kinder und Jugendlichen hinweisen.

Didaktische Hinweise

Trotz vieler Fakten und Statistiken ist das Buch von Jeremias Thiel sehr packend geschrieben und eignet sich daher sehr gut zum Einsatz im Unterricht oder zur privaten Lektüre. Gerade im Sozialkunde- und Ethikunterricht, in dem das Thema soziale Gerechtigkeit thematisiert wird, kann die persönliche Erfahrung des Autors einen tiefen und authentischen Einblick vermitteln, was es heißt, in Deutschland in Armut zu leben. 

Gattung

  • All Age
  • Sachbücher

Sachbuchkategorie

  • Biografien, Autobiografien, Porträts
  • Politik, Gesellschaft

Eignung

in Auszügen geeignet

Jahrgangsstufen

10 bis 13

Fächer

  • Deutsch
  • Ethik/Religionslehre (Evang. Religionslehre
  • Sozialkunde/Politik und Gesellschaft

FÜZ

  • Alltagskompetenz und Lebensökonomie
  • Familien- und Sexualerziehung
  • Politische Bildung
  • Soziales Lernen
  • Werteerziehung

Erscheinungsjahr

2020

ISBN

9873492061773

Umfang

223 Seiten

Medien

  • Buch